Kindergärten und Schulen werden mit vielen Verhaltensproblemen konfrontiert: ADHS, Ängste, gestörtes Sozialverhalten, Aggressionen, Selbstverletzung, Substanzmissbrauch und Ausgrenzung, um nur einige zu nennen. Die Welt nach Covid ist eine andere geworden, meint Achammer. Die Unsicherheit sei gestiegen. Zugenommen habe auch der Wohlstandsdruck auf Kinder und Jugendliche. Möglichst perfekt zu sein und keine Fehler machen zu dürfen, setze Jugendliche stark unter Druck.<h3> 150 Sozialpädagogen an Staatsschulen und in der Berufsbildung</h3>In den Schulen staatlicher Art und in der Berufsbildung seien bereits 150 Sozialpädagogen tätig. „Diese möchten wir potenzieren“, sagt Achammer. Es brauche aber auch mehr Schulpsychologen. Und diese sollen landesweit beim Psychologischen Dienst angesiedelt werden – als schulpsychologischer Dienst, auf den die Schulen bei Bedarf relativ schnell, ohne lange Wartezeiten und unkompliziert zurückgreifen können, sagt Achammer. <BR /><BR />20 Stellen für diesen schulpsychologischen Dienst seien bereits ursprünglich geplant gewesen, Covid-bedingt habe man dann aber Stellen wegen unmittelbarer Dringlichkeit wieder abgezogen. <h3> Projekt Schulpsychologie gibt es seit 2020</h3> Auch Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner unterstreicht die Notwendigkeit von mehr Schulpsychologen und weist auf Pandemie, Vereinsamung, Cybermobbing und Essstörungen hin. Derzeit seien 5 spezialisierte Schulpsychologen beim Sanitätsbetrieb beschäftigt, die in den jeweiligen Bezirken landesweit eng mit den Schulen zusammenarbeiten. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67318876_quote" /><BR /><BR />Das Projekt Schulpsychologie gebe es in Südtirol seit 2020. „Die Schulpsychologen geben an der Schule eine fachliche klinische Einschätzung der Situation ab, führen erste Therapiegespräche und leiten – falls notwendig – die jungen Patienten und ihre Familien an die zuständigen Dienste des Sanitätsbetriebs weiter, wo die Behandlung fachgerecht fortgeführt wird“, erklärt Dr. Messner. Das Projekt werde gut in Anspruch genommen. Deshalb sei man dabei, zu überlegen, den Dienst auszubauen.<h3> Vernetzt arbeiten ist wichtig</h3>Christoph Kofler, Vorsitzender der Direktorenvereinigung, begrüßt die geplante Aufstockung, ebenso Heidrun Goller, Vertreterin der Eltern im Landesschulrat. Das Um und Auf ist, dass Hilfe in Notsituationen schnell erfolgt und Familien nicht Wochen oder Monate warten müssen, meint Kofler. Wichtig ist auch, dass die Schulpsychologen vernetzt arbeiten – mit Eltern, Lehrern, Schulsozialpädagogen, Sanitäts- und Sozialdiensten – zur bestmöglichen Unterstützung der Schüler, meint Goller. <BR /><BR />„Die gesellschaftlichen Erwartungen an Kinder und Jugendliche werden immer umfassender, ebenso die Anforderungen an die Institution Schule“, meint Marlene Kranebitter, Direktorin der Hotelfachschule in Bruneck. „Die Vielfalt der modernen Welt und das Lebenstempo, das gefordert wird, haben ihre Schattenseiten.“ Jemanden vor Ort zu haben, dem man sich im geschützten Rahmen anvertrauen könne, eine neutrale Sicht, sei eine Ressource zur Intervention und Prävention.