Am Samstag wurden in der nordostmexikanischen Stadt Madero insgesamt 20 Leichen entdeckt, teilten die Behörden mit. Die 18 Männer und zwei Frauen seien nach anonymen telefonischen Hinweisen an fünf verschiedenen Orten der Stadt gefunden worden. Madero liegt an der Grenze zu den USA im Bundesstaat Tamaulipas. Die Morde trugen die Handschrift der Drogenkartelle: Die Augen der Opfer seien verbunden und die Hände gefesselt gewesen. Alle seien erschossen worden.Schon in der Nacht zu Freitag waren etwa 20 Bewaffnete in das Zentrum für Drogenentzug „Fe y Vida“ (Glaube und Leben) in der weiter nordwestlich gelegenen Stadt Chihuahua eingedrungen und hatten 19 Patienten erschossen. Weitere zwei seien verletzt worden. Chihuahua ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, der ebenfalls an die USA grenzt.Nach ersten Erkenntnissen der Behörden handelte es sich um eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Drogenkartellen. Die Täter hätten mehrere schriftliche Botschaften hinterlassen, in denen ein Teil der Opfer als Mitglieder der Drogenbande „Mexicles“ bezeichnet wurden.Die Zeitung „El Universal“ berichtete von einem 21-jährigen José, der seine Mutter schon vor Tagen angefleht habe, ihn aus dem Zentrum herauszuholen, weil sich dort eine Gruppe von „Mexicles“ versteckt habe und sie alle Angst um ihr Leben hätten. Die Mutter habe ihrem Sohn aber nicht geglaubt und gedacht, es sei nur ein Trick, um den Entzug abbrechen zu können. Auch José wurde erschossen. Inzwischen hätten hunderte Abhängige in anderen Drogenzentren aus Angst vor weiteren Überfällen ihre Therapien abgebrochen.In Mexiko kommt es bei Kämpfen zwischen Drogenbanden immer wieder zu Massakern. Insgesamt starben im Zusammenhang mit Drogenverbrechen seit dem Beginn der militärischen Bekämpfung der Kartelle 2006 mehr als 18.000 Menschen.dpa