Donnerstag, 10. September 2015

Weitere Militärareale gehen ans Land: "Eine Win-win-Situation"

Der Deal ist klar: Ungenutzte Militärareale gehen ans Land. Das Militär erhält im Gegenzug bessere Kasernen und Unterkünfte. Die 2007 eingegangene Tauschvereinbarung wurde am Donnerstag um weitere Areale erweitert.

Landeshauptmann Kompatscher mit Staatssekretär Alfano und Direktor Reggi bei der heutigen Abkommensunterzeichnung. - Foto: lpa
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Landeshauptmann Kompatscher mit Staatssekretär Alfano und Direktor Reggi bei der heutigen Abkommensunterzeichnung. - Foto: lpa

Insgesamt baut und saniert das Land für das Militär mehr als 400 Wohnungen für Berufssoldaten mit Familie sowie Unterkünfte für Berufssoldaten in verschiedenen Ortschaften mit 3800 Betten. Zudem setzt es eine Reihe weiter Bauten in Stand. 

Vier weitere Kasernen gehen ans Land plus ein Areal in Eppan

Im Gegenzug tritt das Militär acht von 13 Kasernen sowie eine Reihe weiterer Liegenschaften ab.

Neu hinzugekommen sind die Militärflächen in Vahrn (Sportplatz „Verdone"-Kaserne), Sterzing (Teile der „Menini de Caroli"-Kaserne), in Leifers (Gelände der „Guella"-Kaserne) und am Kalterer See (Klughammer). Zudem wurde die Übertragung des 4,6 Hektar großen Areals der "Mercanti"-Kaserne in St. Michael/Eppan besiegelt.

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat im Offizierskasino in Meran gemeinsam mit dem Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Gioacchino Alfano, und dem Direktor der Agentur für Staatsgüter, Roberto Reggi, ein ergänzendes Abkommen zur Tauschvereinbarung unterzeichnet.

Der Landeshauptmann sprach von einem "weiteren wichtigen Schritt in der Umsetzung der Tauschvereinbarung, die das Land Südtirol 2007 mit dem Verteidigungs- und dem Finanzministerium eingegangen ist". Es sei eine Win-win-Situation.

Der Gesamtwert des Abkommens liegt bei rund 420 Millionen Euro, jeweils die Hälfte davon ist der Wert der zu übertragenden Flächen beziehungsweise jener der baulichen Leistungen.

Grundsteinlegung in Meran: neue Aufträge für Bauwirtschaft

Nach der Vertragsunterzeichnung wurde auf dem Gelände der "Battisti"-Kaserne in Meran der Grundstein für drei Wohnhäuser für Berufssoldaten mit Familien gelegt, die das Land für das Militär nach aktuellen Umwelt- und Sicherheitsstandards errichtet.

Die Landesvergabeagentur wird den Bauauftrag in Kürze vergeben. An der Ausschreibung haben sich fünf Unternehmen, davon vier Südtiroler Firmen, beteiligt. 

"Der Tausch ist aber nicht nur ein einfacher Tausch", so der Landeshauptmann, "denn durch die Bauarbeiten, die das Land für das Verteidigungsministerium durchführt, erhält die Bauwirtschaft neue Impulse." Der Landeshauptmann gab auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser Weg fruchtbringend fortgesetzt werde.  

Südtirol war Vorreiter

Es sei der Weitsicht des damaligen Verteidigungsministers Arturo Parisi, des ehemaligen Landeshauptmanns Luis Durnwalder und des damaligen Kommandanten der italienischen Gebirgsjäger, Ivan Felice Resce, zu danken, dass diese Vereinbarung als italienweit erste dieser Art zustande gekommen sei. Vom Militär nicht mehr benötigte Flächen würden damit einer neuen Nutzung zugeführt, die Streitkräfte könnten im Gegenzug über funktionelle und moderne Baulichkeiten verfügen.

Staatssekretär Gioacchino Alfano sprach von einer "Revolution in der öffentlichen Vermögensverwaltung" und vom Vorbildcharakter des Abkommens zwischen Staat und Land Südtirol, das mittlerweile auch in anderen Regionen Italiens Anwendung finde: "Was in Südtirol initiiert wurde, wird nun im restlichen Italien fortgesetzt." 

Es gebe keine unnützlichen Güter, die Aufgabe aller sei es jedoch, Güter zu nutzen und aufzuwerten. Der Direktor der im Finanzministerium angesiedelten Agentur für Staatsgüter, Roberto Reggi, bezeichnete das Abkommen mit dem Land Südtirol als italienweit ehrgeizigstes und umfassendstes.

Mit der Besichtigung eines vom Land auf dem Gelände der "Polonio"-Kaserne errichteten Wohngebäudes für Berufssoldaten wurde der Festakt abgeschlossen. 

stol/lpa

stol