Freitag, 15. September 2017

Weiterer Felssturz im Bergell in der Schweiz wahrscheinlich

Am Piz Cengalo oberhalb von Bondo bewegt sich der Fels wieder stärker.

Nach dem gewaltigen Bergsturz am 23. August in der Schweiz bewegt sich der Feld schon wieder stärker.
Nach dem gewaltigen Bergsturz am 23. August in der Schweiz bewegt sich der Feld schon wieder stärker. - Foto: © APA/AFP

In den vergangenen Stunden habe sich eine Felsmasse von rund einer halben Million Kubikmeter deutlich beschleunigt bewegt, teilte der Führungsstab der Gemeinde Bregaglia am Freitagnachmittag mit. Es zeichne sich ab, dass es Samstagfrüh zu einem größeren Felssturz kommen könne, hieß es.

Keine unmittelbar erhöhte Gefahr

Für die Gegend um Bondo bestehe keine unmittelbar erhöhte Gefahr. Laut Christian Gartmann, Mediensprecher des Führungsstabes der Gemeinde Bregaglia, sind am knapp 3.400 Meer hohen Grenzberg Piz Cengalo insgesamt 2 Millionen Kubikmeter Gestein in Bewegung, verteilt auf 2 Felder.

Akut absturzgefährdet davon seien eine halbe bis eine Million Kubikmeter. Und davon wiederum seien am Freitagnachmittag zwischen 200.000 und 500.000 Kubikmeter Fels erhöht aktiv gewesen.

Gefahr eines Murenabgangs erhöht

Die Gefahr eines Murenabgangs via Val Bondasca bis ins Haupttal Bergell sei seit dem großen Bergsturz vom 23. August erhöht, sagte Gartmann weiter. Entsprechend sei auch das Sicherheitsdispositiv auf eine solche Entwicklung ausgelegt.

Das Dorf Bondo am Eingang zum Val Bondasca sowie die Siedlungen Spino und Sottoponte in der Nähe sind nachts immer noch evakuiert. Tagsüber werde der Zugang zu den Häusern jeden Tag neu nach dem Stand der Entwicklungen geprüft, sagte Gartmann.

Der erwartete Abgang werde aber nie die Dimensionen des Bergsturzes vom 23. August erreichen. Gartmann: „Für uns ist das nicht negativ, sondern positiv, wenn sich der Berg in nicht zu großen Portionen entlädt.“

Größter Bergsturz in der Schweiz am 23. August

Bei einem der größten Bergstürze in der Schweiz seit über 130 Jahren waren am vergangenen 23. August 3 Millionen Kubikmeter Fels vom Piz Cengalo abgebrochen. Der anschließende Murgang wälzte sich durch das Seitental Val Bondasca bis ins Haupttal Bergell zu den Ortschaften Bondo, Spino und Sottoponte.

Häuser wurden beschädigt sowie die alte und die neue Kantonsstraße. 8 Menschen werden seither vermisst. Die Bergwanderer starben vermutlich unter den Trümmern.

apa/sda

stol