Die Beobachtungsstelle Brenner Basistunnel und Südzulauf sowie der Schienennetzbetreiber RFI informieren in getrennten Zuschriften darüber, dass nach der Fertigstellung des Baustollenfensters Villnöß nun die TBM neu in südlicher Richtung ausgerichtet wird. <BR /><BR />Sie wird nun auf ihrem Weg nach Waidbruck rund acht Kilometer der westlichen Hauptröhre des Grödner Tunnels ausbrechen. Anschließend wird die TBM teilweise demontiert, zurückgezogen und erneut von der Kaverne des Baustellenareals Villnöß die zweite Tunnelröhre Richtung Süden ausbrechen.<BR /><BR />Insgesamt sind über 16 Kilometer Tunnelvortrieb und der Einbau von rund 9.000 vorgefertigten Betonringen, sogenannten Tübbingen, die direkt vor Ort produziert werden, vorgesehen.<BR /><BR />Für den Direktor der BBT-Beobachtungsstelle, Martin Ausserdorfer, markiert dieser Schritt einen bedeutenden Fortschritt: „Damit wird nun auch an der Zulaufstrecke Franzensfeste–Waidbruck an den Hauptröhren gearbeitet, um dem Ziel der gemeinsamen Inbetriebnahme der Zulaufstrecke mit dem BBT selbst gerecht zu werden“.<BR /><BR />Parallel dazu laufen die Arbeiten an weiteren Baustellen planmäßig weiter. In Forch werden derzeit die Vorbereitungen für den Ausbruch des rund 15 Kilometer langen Schalderer-Tunnels getroffen. Die Kavernen werden für die Montage weiterer Tunnelbohrmaschinen vorbereitet, die jüngst in China technisch abgenommen wurden. Sie werden im Herbst bzw. Winter angeliefert. Im Frühjahr 2027 soll dann der Vortrieb der Hauptröhren vom Schaldererberg auf Höhe Vahrn zur Villnösser Haltestelle starten.<BR /><BR />Zeitgleich schreiten laut Ausserdorfer auch die Arbeiten an ergänzenden Infrastrukturmaßnahmen voran. Geologen und Baustellenteams arbeiten an den Tunnelanlagen und am Bau eines rund 250 Meter langen Viadukts über den Eisack sowie an der Modernisierung des Bahnhofs Waidbruck.<h3>„Kathrin“ ist rund um die Uhr in Betrieb</h3>Die TBM Kathrin zählt zu den modernsten Maschinen ihrer Art. Sie ist länger als ein Fußballfeld (rund 140 Meter), hat einen Durchmesser von etwa zehn Metern und ist so hoch wie ein dreistöckiges Gebäude, informiert Ausserdorfer. Angetrieben wird sie von elf Elektromotoren mit jeweils 350 Kilowatt Leistung – insgesamt nahezu 4.000 Kilowatt, vergleichbar mit der Leistung von rund 50 Sportwagen.<BR /><BR />Die für komplexe geologische Bedingungen entwickelte „Dual-Mode“-TBM kann flexibel zwischen Hartgesteinsvortrieb und aktivem Stützsystem wechseln. Diese Technologie bewährte sich laut Ausserdorfer bereits bei der Unterquerung der Brennerautobahn im Rahmen des Ausbruchs des Fensterstollens, die ohne Unterbrechung des Verkehrs durchgeführt werden konnte.<BR /><BR />Hinsichtlich Nachhaltigkeit erklärt Ausserdorfer, dass durch hocheffiziente Motoren und Systeme zur Rückgewinnung des Kühlwassers „Kathrin“ den Energieverbrauch pro ausgehobenem Kubikmeter bis zu 25 Prozent gegenüber herkömmlichen Maschinen reduziert. Laut Zuschrift der RFI wird „Kathrin“ 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche betrieben. Dabei sind über 100 Fachkräfte im Einsatz. <BR /><BR />Die Zulaufstrecke Franzensfeste–Waidbruck, ausgeführt vom Konsortium Dolomiti unter der Leitung von Webuild, ist laut RFI der erste funktionale Abschnitt des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Franzensfeste–Verona und wird die südliche Zufahrt zum BBT bilden. Über 1,5 Milliarden Euro werden hier investiert. Für Ausserdorfer stellt der Zulauf „einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene dar“.