Der Mensch sieht nur die Zeit, in der er lebt: In diesem Sinne dient die Geschichte dazu, den eigenen Horizont zu erweitern. <BR /><BR />Im Zeitalter des Klimawandels und der daraus resultierenden Schäden lohnt sich die Lektüre des Buches „Malographia Tridentina“, das 1776 von Giangrisostomo Tovazzi geschrieben wurde. <BR /><BR />Er zählt die Katastrophen der vergangenen Jahrhunderte auf. In der Liste stehen mehrere katastrophale Erdbeben: Im Jahr 1348 war es so stark, dass die Glocken läuteten, ohne dass die Seile gezogen wurden, und 1683 dauerten die Erschütterungen „zwei Ave Maria“ lang, wie das Buch erwähnt. <h3> Schwärme von Heuschrecken</h3>Weiters im Buch aufgeführt sind Hungersnöte, Kometen-Erscheinungen (die als düsteres Vorzeichen galten), Pest-Epidemien und vor allem verheerende Überschwemmungen und Hagelstürme, die das Trentino heimsuchten. <BR /><BR />Interessant ist auch zu erfahren, dass das Trentino mehrmals von wahrhaftigen „Heuschreckenheeren“ befallen wurde, Schwärme aus Osteuropa, wie 1542/43: Sie „fraßen und verzehrten alle Früchte der Erde bis zu den Wurzeln und herrschten den ganzen Sommer lang“. Nach den Gebeten der Gläubigen, so schreibt Tovazzi, wurden sie „auf wundersame Weise von den Schwalben vernichtet“.<BR />