Sonntag, 14. Juni 2020

Weltblutspendetag: „Es braucht immer freiwillige Spender“

Den Weltblutspendetag “World Blood Donor Day“ feiert man am 14. Juni, Geburtstag des österreichischen Biologen und Nobelpreisträgers Karl Landsteiner, der Anfang 1900 die Blutgruppen erforschte und um 1940 Mitentdecker des Rhesus-Faktors war. Diese wichtigen Erkenntnisse haben die Transfusionen sicherer gemacht.

Spender sind auch in Südtirol immer gesucht.
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Spender sind auch in Südtirol immer gesucht. - Foto: © shutterstock
Jedes Jahr werden die offiziellen Feierlichkeiten des World Blood Donor Day in einem anderen Staat abgehalten. So hätten sie heuer in Italien stattfinden sollen, konnten aber wegen der Pandemie nicht stattfinden.

AVIS möchte aber trotzdem diesen Tag feiern und vor allem sich bei den Spendern, welche pünktlich und solidarisch ihr Blut spenden, bedanken: „Danke all jenen, die trotz der schwierigen Zeit sich der Mitmenschen durch ihre Blut- und Plasmaspenden angenommen haben.“

Mehr als 1,7 Millionen Spender

Das italienische Blutsystem, um das uns viele Nationen beneiden, ist auf vollständig freiwilligen Spenden aufgebaut und zählt mehr als 1,7 Millionen Spender, davon 1,3 Millionen Stammblutspender und etwas mehr als 300.000 Erstspender. AVIS, die größte Blutspendervereinigung Italiens zählt auf dem gesamten nationalen Gebiet mehr als 1.300.000 Mitglieder.

Die knapp mehr als 3 Millionen Spenden, eine alle 10 Sekunden und im Schnitt 50 pro tausend Einwohner, haben es ermöglicht ca. 1745 Patienten mit Transfusionen zu behandeln und tausende Menschen durch Plasmaderivate (Medikamente, die durch menschliches Plasma hergestellt werden) zu pflegen.

Gab es noch bis vor wenigen Jahrzehnten die Notwendigkeit an Vollblutspenden (um bei chirurgischen Eingriffen, im Fall von komplexen Verletzungen, bei Transplantationen oder um Menschen mit Bluterkrankungen zu behandeln), werden jetzt, dank der verbesserten Techniken in den OP-Sälen, aber auch durch eine allgemeine Veralterung der Bevölkerung immer mehr Plasmaspenden gefragt, die die Grundlage für lebensrettende Pharmaka hat. Das Plasma enthält Blutgerinnungsfaktoren, Albumine und Immunoglobuline, welche zum Großteil - wie auch das Vollblut - nicht im Labor künstlich hergestellt werden können. AVIS hat die Aufgabe die Spender für das Transfusionszentrum zu organisieren und Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten.

Die Sektion Bozen zählt circa 6000 Spender

Täglich gibt es Vollblut- und Plasmaspender, wie sie vom Transfusionszentrum gefragt sind. Waren das vor dem Lockdown 32 Vollblutspenden und 12 Teilblutspenden, so wurden diese mit der Schließung aller Chirurgien und der damit verbundenen gesunkenen Nachfrage auf ca. 20 Vollblutspendern täglich gedrosselt. Das Blut hat eine Fälligkeit und man will es nicht verschwenden: Es wird so viel gesammelt, wie gebraucht wird, wobei alle Sicherheitsprotokolle der sozialen Distanzierung gewahrt werden.

In den letzten Wochen wurde wieder mehr gesammelt. Im Durchschnitt wurden im Zeitraum März – Mai fast 500 Vollblutspenden und 240 Teilblutspenden monatlich gesammelt, was aber nicht die volle Kapazität der Sektion Bozen ist, die sich auf ca. 630 Vollblutspenden monatlich beläuft. Wer auf Transfusionen angewiesen ist, hatte auch in dieser Zeit diese Notwendigkeit und die täglichen Kuren konnten, dank der Spender, auch weiterhin gewährleistet werden.

Um aber diese Standards beibehalten zu können, braucht es immer freiwillige Spender, die einen gesunden Lebensstil verfolgen, so AVIS. Jedes Jahr verlassen ca. 18 Prozent der Spender altersbedingt oder aus anderen Gründen unsere Vereinigung, unabhängig von ihrem Willen. Im Laufe der 70 Jahre der Bozner AVIS-Geschichte gab es insgesamt 24.566 Spender.

Projekt “Grenzloses Spenden“

Von Oktober bis Mai wurde das erste Mal eine Jugendliche über den Landeszivildienst beschäftigt. Sie konnte die Vereinigung über 360° mit ihrer vielfältigen Tätigkeit verfolgen: Die telefonische Terminvereinbarung der Spender, die Suche nach neuen Anwärtern durch die Informationstätigkeit in den Schulen, in verschiedenen Plätzen und Veranstaltungen, sowie die Social-Media-Verwaltung. Kannte sie zu Beginn die AVIS-Welt nur wenig, konnte sie über diese Erfahrung eine persönliche Bereicherung erfahren und hat beschlossen selbst Spenderin zu werden und konnte einige Freundinnen zu diesem wichtigen Schritt überzeugen. Dank dieser mehr als positiven Erfahrung hat AVIS beschlossen das Projekt “Grenzloses Spenden“ auch heuer wieder durchzuführen um einem/einer Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich in einer sozialen Vereinigung einzusetzen.

„So wie in einer Mannschaft haben unsere Spender ein gemeinsames Ziel, in dem sie helfen Leben zu retten und vielen Menschen eine bessere Lebensqualität zu garantieren. Die Spieler der Fußballmannschaft Südtirol, welche AVIS unterstützen und unsere Werte all jenen nahebringen, die diesen Sport verfolgen, geben ein gutes Beispiel einer siegenden Mannschaft wieder. Nur vereint kann man nach hochgesteckten Zielen greifen. Ihnen gilt unser Dank und wir wünschen viel Glück und Erfolg für die bevorstehenden Herausforderungen“, schreibt AVIS in der Aussendung.

stol

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