Freitag, 14. Juni 2019

Weltblutspendetag: „Wir brauchen immer junges Blut“

Wer Blut spendet, kann mit geringem Aufwand Leben retten – und profitiert sogar selbst davon. Anlässlich des Weltblutspendetags am heutigen 14. Juni erklärt die Präsidentin von Avis Bozen Claudia Peer, warum Blutspenden so wichtig ist und warum es immer neuer Spender bedarf.

Foto: DLife
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Foto: DLife

Etwa 20 Menschen sitzen im Wartesaal vor dem Transfusionszentrum im Bozner Krankenhaus. Sie füllen den Fragebogen aus oder warten darauf, ins Arztzimmer oder in den Spendenraum selbst gerufen zu werden. Sie alle sind freiwillig hier, um ihren Beitrag zu leisten und vielleicht sogar Leben zu retten.

„In Südtirol gibt es rund 19.000 Blutspender, allein im Bezirk Bozen, der vom Unterland bis ins Sarntal reicht, sind es 6100“, erklärt die Präsidentin der Vereinigung Avis Bozen, Claudia Peer. Auch sie arbeitet wie viele ihrer Mitarbeiter ehrenamtlich im Avis, denn wie der Slogan schon sagt: „Blut zu bekommen ist ein Recht, Blut zu spenden eine Bürgerpflicht“.

Win-Win-Situation

Blutspender zu werden ist einfach: Wer die Voraussetzungen erfüllt, darf nach einem ersten Arztgespräch sowie einer Blutprobe zu seiner ersten Spende antreten. Das Blutspenden, so betont Peer, ist eine Win-Win-Situation: „Blutspenden ist notwendig, weil Blut lebenswichtig ist und nicht künstlich im Labor nachgebildet werden kann. Für den Spender selbst liegt der klare Vorteil darin, dass er unter regelmäßiger Kontrolle steht und seine Blutwerte nach der Spende einsehen kann.“ Auch steht den Blutspendern ein Tag Sonderurlaub vom Arbeitgeber zu.

Ganz zu schweigen von dem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, sagen zwei regelmäßige Spender: „Es ist ein kleiner Beitrag, den ich sehr gerne leiste“, sagt etwa Klaus Lafogler. Er absolvierte am Freitag seine 86. Blutspende. Und auch Jungspender Michele Modesto weiß: „Blutspenden bedeutet Helfen. Man kann kranken Personen helfen und leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.“ Er ist Teil der Jugendgruppe des Avis, nimmt als solcher unter anderem an Fachtagungen teil, besucht Schulen und ruft in den sozialen Netzwerken zur Spende auf.

Junge und neue Spender immer willkommen

Sind Aufnahmegespräch und die erste Blutspende geschafft, ist der Ablauf unaufgeregt: Nach dem Ausfüllen eines Fragebogens zum aktuellen Gesundheitszustand und einer ersten Kontrollvisite folgt ein kurzes Gespräch mit einem Arzt. Anschließend folgt die Blutabnahme, an deren Ende ein reichhaltiges Frühstück mit allerlei Köstlichkeiten auf den Spender wartet – immerhin muss man nüchtern zur Spende antreten. Frauen dürfen maximal 2 Mal im Jahr spenden, Männer bis zu 4 Mal im Jahr.

Der Blick in den Wartesaal zeigt, dass sich bereits viele Menschen für das Blutspenden entschieden haben – dennoch ist junges Blut immer sehr gefragt: „Mehr als 50 Prozent unserer Spender im Gesundheitsbezirk Bozen sind zwischen 40 und 58 Jahre alt, sie können in 10 Jahren vielleicht nicht mehr spenden. Deshalb brauchen wir immer wieder neue Spender und hoffen, dass sich vor allem auch viele junge Menschen dafür entscheiden“, so Peer.

Wer darf spenden?

Zur Erst-Spende anmelden dürfen sich alle gesunden Menschen zwischen 18 bis 60 Jahren, die mindestens 50 Kilogramm wiegen. Gespendet werden kann - je nach gesundheitlicher Verfassung - bis 70 Jahre.

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Wie kann ich Spender werden?

Anwärter können sich telefonisch unter 0471/400874 oder per E-Mail bei Avis melden. Nach einem ersten Gespräch, einer ärztlichen Untersuchung und einer Blutabnahme folgt – wenn alles in Ordnung ist – die erste Blutspende.

Weitere Informationen unter www.avis-altoadige.it .

stol/liz

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