Freitag, 16. Oktober 2020

Welternährungstag: Lebensmittel teilen statt entsorgen

In Bozen können alle Bürger ab dem heutigen Freitag überschüssige oder nicht mehr benötigte Lebensmittel an 4 Sammelstellen abgeben und so anderen Menschen zur Verfügung stellen. Damit kann die Verschwendung von Lebensmitteln in den Haushalten verringert werden.

An 4 Sammelstellen können Lebensmittel „geteilt“ werden. - Foto: © shutterstock
Der Welternährungstag am 16. Oktober rückt alljährlich Hunger und Lebensmittelverschwendung in den Fokus. Weltweit geht nämlich jedes Jahr ein Drittel aller für den menschlichen Konsum erzeugten Lebensmittel verloren oder wird verschwendet.

Dafür gibt es viele Ursachen wie Überproduktion, optische „Mängel“ der Produkte aufgrund absurder „Qualitäts“-vorgaben, mangelnde Wertschätzung und fehlendes Bewusstsein.

Einen beträchtlichen Anteil am Problem haben die privaten Haushalte. Untersuchungen und der VZS-Aktion „Tagebuch der Lebensmittelabfälle“ zufolge landen dort Lebensmittel meistens deswegen in der Tonne, weil sie vorzeitig verderben oder nicht mehr ganz frisch sind, weil mehr eingekauft als benötigt und mehr gekocht als gegessen wird und weil Produkte nicht korrekt gelagert werden.

Foodsharing: Teilen statt entsorgen

Eine Antwort heißt Foodsharing, also kostenloses Teilen von nicht (mehr) benötigten Lebensmitteln. Privatpersonen und Betriebe geben noch genießbare, überschüssige Lebensmittel ab, und alle Menschen, die eine Verwendung dafür haben, können sich an diesen Lebensmitteln bedienen.

2012 wurde die Foodsharing-Initiative in Berlin gegründet, um Lebensmittelabfälle zu verringern und die Wertschätzung für Lebensmittel zu stärken. Mittlerweile ist sie zu einer starken internationalen Bewegung geworden.

Was jemand nicht (mehr) mag, ist für andere vielleicht eine Delikatesse

Auch in Bozen können Lebensmittel nun geteilt werden. Anlässlich des diesjährigen Welternährungstages am 16. Oktober richten die Verbraucherzentrale Südtirol und youngCaritas gemeinsam mit dem Kolpinghaus und dem Pfarrheim zu diesem Zweck 4 FairTeiler ein.

Ein FairTeiler ist ein gut zugänglicher Ort mit einem Regal oder einer Kiste und häufig auch mit einem Kühlschrank.

Alle Bürger können dort, unter Einhaltung gewisser Regeln, noch genießbare, überschüssige Lebensmittel abgeben. Das können Produkte sein, die vielleicht schon länger in der Speisekammer lagern, Fehlkäufe oder geschenkte Produkte, die man eigentlich nicht mag. Alle Personen, die eine Verwendung für diese Lebensmittel haben, können sie kostenlos entnehmen, unabhängig von ihrer Einkommenssituation.

Was kann geteilt werden?

An den 4 FairTeilern in Bozen können ab sofort noch genießbare originalverpackte, ungeöffnete, nicht kühlpflichtige Produkte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis/ da consumarsi preferibilmente entro“), auch wenn dieses Datum schon überschritten ist, sowie noch genießbares frisches Gemüse und Obst, mit oder ohne Verpackung, abgegeben bzw. entnommen werden.

Nicht angenommen werden aus Gründen der Lebensmittelsicherheit leicht verderbliche Lebensmittel (erkennbar am Verbrauchsdatum: „zu verbrauchen bis/ da consumarsi entro“) wie etwa Fleisch oder Eier, kühlpflichtige Produkte wie Jogurt, Tiefkühlprodukte, selbst gekochte Produkte oder Speisen und Speisereste, Produkte in bereits geöffneten Verpackungen sowie alkoholische Getränke.

Der jeweilige Betreiber kümmert sich um die Sauberkeit, übernimmt jedoch keine Verantwortung für die Qualität der gespendeten Lebensmittel und auch keine Haftung für Folgeschäden durch deren Verzehr.



Interessierte, die weitere FairTeiler einrichten möchten, erhalten bei der Verbraucherzentrale Südtirol detailliertere Informationen.

Der FairTeiler der VZS wurde im Rahmen des Projekts „Eine gute Gelegenheit – Una Buona Occasione“ zur Verringerung der Lebensmittelabfälle eingerichtet, einem gemeinsamen Projekt der Verbraucherzentrale Südtirol mit den Regionen Piemont und Aostatal. Das Projekt wird über die Autonome Region Trentino-Südtirol durch das Land finanziell gefördert.

pho