Montag, 16. Oktober 2017

Welternährungstag: Verwenden statt verschwenden

Der heutige 16. Oktober ist Welternährungstag. An diesem Tag stehen der Welthunger und Fragen zur weltweiten Ernährungssicherung im Vordergrund. Aus diesem Anlass gibt die Verbraucherzentrale Südtirol praktische Tipps, die helfen, im eigenen Haushalt weniger Lebensmittel zu verschwenden.

Badge Local
Foto: © shutterstock

Weltweit geht jedes Jahr rund ein Drittel der für den menschlichen Konsum erzeugten Lebensmittel verloren oder wird verschwendet. Für die Herstellung dieser Lebensmittel wurden zahlreiche Ressourcen genutzt: nicht nur Boden und Wasser, sondern auch Energie, Düngemittel, Pestizide, Verpackungsmaterialien und noch mehr.

Wenn Lebensmittel am Ende nicht verwendet, sondern entsorgt werden, weil wir zu viel eingekauft haben, zu viel gekocht haben oder die Portion im Restaurant zu groß war, dann war der ganze Ressourceneinsatz völlig umsonst.

Bis zu zwei Drittel der Lebensmittelabfälle werden als vermeidbare Abfälle eingestuft. Das bedeutet, sie waren oder sind essbar und gesundheitlich einwandfrei, wurden aber wegen Verderbs, Verfalls oder Qualitätsmängeln nicht verzehrt, sondern entsorgt. Zu den unvermeidbaren Lebensmittelabfällen zählen alle nicht essbaren Teile von Lebensmitteln wie Rüstabfälle (z.B. Fruchtschalen), Knochen und Käserinden sowie Abfälle, welche selbst bei bestem Wissen und Gewissen nicht vermeidbar sind (z.B. von Schädlingen oder Krankheiten befallenes Gemüse).

In reicheren Ländern gehen nach der Ernte rund 40 Prozent der verschwendeten Lebensmittel auf das Konto der Haushalte, in ärmeren Ländern landen in den Haushalten nur wenige Lebensmittel im Abfall. In diesen Regionen sind jedoch die Verluste bei der Ernte, während der Lagerung und bei der Verarbeitung höher, da hilfreiche Technologien nicht überall verbreitet oder nicht leistbar sind. 

Wie kann man im Haushalt weniger Lebensmittel zu verschwenden? 

1. Einkauf planen

Wichtig ist zu überlegen, was man wirklich braucht, und sich die benötigten Produkte auf einer Einkaufsliste zu notieren. Zur Kontrolle hilft ein Blick in den Kühlschrank und den Vorratsschrank. Besser ist es außerdem, nicht hungrig einkaufen zu gehen, um Hamsterkäufe zu vermeiden. Im Geschäft selbst sollte man sich an die erstellte Liste halten und Angebote wie „Nimm 3, zahl 2!“ ignorieren, wenn man wirklich nur ein oder zwei Stück des Produkts benötigt. Wenn weniger Lebensmittel im Müll landen, bleibt letztendlich mehr Geld in der Geldbörse. 

2. Den Sinnen vertrauen

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum („Mindestens haltbar bis...“) überschritten wurde und man Zweifel an der Genießbarkeit eines Produkts hat, prüft man dieses mit seinen Sinnen: zuerst genau schauen, dann riechen, zuletzt kosten. Nimmt man nichts Auffälliges und keine Abweichungen wahr, dann ist das Produkt noch genießbar.

Die meisten Lebensmittel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum sind auch nach Ablauf dieses Datums noch einwandfrei und genießbar, zum Teil noch Monate nachher – sofern sie noch ungeöffnet sind und sachgerecht gelagert wurden. Nur für Lebensmittel mit einem Verbrauchsdatum („Zu verbrauchen bis...“) gilt: nach Überschreiten des Verbrauchsdatums sollen sie nicht mehr verzehrt werden. 

3. Essensreste verwerten

Um Speisereste weitgehend zu vermeiden, sollte man bedarfsgerecht kochen und nur so viel auf den Tellern anrichten, wie vermutlich gegessen wird. Bleibt doch einmal etwas übrig, bewahrt man die Reste gekühlt auf und verwertet sie möglichst rasch. Wenn unter der Woche kleine Mengen an gekochten Nudeln, Kartoffeln, Reis, Gemüse oder Hülsenfrüchten übrig bleiben, bietet sich ein „Wochenschau-Gröstl“ an, das man noch mit etwas Käse oder Ei verfeinern kann. Hat man zu viel Brot gekauft, schneidet man es in Scheiben oder kleine Würfel, lässt es trocknen und bewahrt es – so länger haltbar gemacht – in einer Dose auf, bis man es verwendet kann, etwa für Knödel. Zudem lassen sich aus altem trockenem Brot auch selbst Brösel herstellen, entweder mit dem Fleischwolf oder einem elektrischen Zerkleinerer. Im Restaurant oder Gasthaus sollte man sich außerdem die Tellerreste einpacken lassen und für eine schnelle Mahlzeit mit nach Hause nehmen.

stol

stol