Donnerstag, 21. Mai 2020

Weltpremiere: Baby mit Stammzellen behandelt

In einer Weltpremiere sind einem Neugeborenen mit einer Stoffwechselerkrankung in Japan aus embryonalen Stammzellen gezüchtete Leberzellen transplantiert worden.

Nie zuvor war eine solche Behandlung mit Stammzellen bei einem Neugeborenen gelungen (Symbolbild).
Nie zuvor war eine solche Behandlung mit Stammzellen bei einem Neugeborenen gelungen (Symbolbild). - Foto: © Unsplash/Christian Bowen
Das Baby litt nach seiner Geburt im Oktober unter einem Harnstoffzyklusdefekt, der dazu führte, dass die Leber das toxische Abbauprodukt Ammoniak nicht ausreichend zu Harnstoff verarbeiten konnte, wie die Ärzte in Tokio am Donnerstag mitteilten.

Das 6 Tage alte Baby war aber zu klein für eine Lebertransplantation, die erst ab einem Gewicht von rund 6 Kilogramm und damit frühestens nach 3 bis 5 Monaten möglich ist. Um diese Zeit zu überbrücken, injizierten die Ärzte am nationalen Zentrum für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern (NCCHD) dem Neugeborenen 190 Millionen aus embryonalen Stammzellen gezüchtete Leberzellen.

Nach dieser Behandlung waren im Blut des Babys keine erhöhten Ammoniakwerte mehr zu beobachten, wie das NCCHD mitteilte. Der kleine Patient erhielt später eine Spenderleber von seinem Vater und konnte das Krankenhaus im Alter von 6 Monaten verlassen.

Das NCCHD zeigte sich erfreut über den Erfolg des „weltweit 1. klinischen Versuchs zur Nutzung embryonaler Stammzellen bei der Behandlung von Patienten mit Leberkrankheiten“. Durch die Therapie könnten sich neue Behandlungsoptionen für Kleinkinder ergeben.

apa

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