Mittwoch, 20. November 2019

Welttag der Kinderrechte: „Kinder brauchen Schutz“

Vor 30 Jahren, am 20. November 1989, haben die Vereinten Nationen in New York die Kinderrechtskonvention erlassen. Doch noch immer gibt es Millionen von Kindern weltweit, deren Lebenssituation nach wie vor dramatisch ist.

Zahlreiche Kinder auf der Welt leben in unzumutbaren Bedingungen.
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Zahlreiche Kinder auf der Welt leben in unzumutbaren Bedingungen. - Foto: © Caritas

Vor 30 Jahren haben 196 Staaten die Kinderrechtskonvention weltweit angenommen. Sie bekannten sich zu diesen Rechten und müssen auch heute dafür sorgen, dass sie im Alltag der Kinder zur Geltung kommen.

Zu den wichtigsten Rechten von Kindern gehören das Recht auf Leben und Entwicklung, auf Bildung, auf Informations- und Meinungsfreiheit, auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, auf Schutz vor körperlicher oder geistiger Gewalt, das Recht auf besonderen Schutz von Kindern mit Beeinträchtigungen, das von Flüchtlingskindern auf Schutz und Unterstützung, das Recht auf Schutz bei bewaffneten Konflikten, auf Freizeit, auf Partizipation und das Recht auf Privatsphäre.

Die Kinder- und Jugendanwältin in Bozen beschäftigt sich täglich mit dem Schutz der Kinderrechte, denn wenn auch bereits viel getan wurde, gibt es doch noch viele Schritte zu tun. „Diejenigen, die ihre Rechte nicht kennen, laufen Gefahr, dass diese ihnen verweigert werden, während diejenigen, die sie kennen, die Möglichkeit und die Kraft haben, sie für sich und für andere Kinder und Jugendliche durchzusetzen“, so Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller.

Und auch die Caritas nimmt das 30. Jubiläum der Konvention zum Anlass, auf die Not zahlreicher Kinder aufmerksam zu machen.

Weltweit, so schreibt die Caritas, haben viele Kinder keinen Zugang zu genügend Nahrung, sauberem Trinkwasser, medizinischer Versorgung oder zu schulischer Bildung. Besonders schwierig haben es Buben und Mädchen, die in Kriegsgebieten aufwachsen oder in schwächer entwickelten Ländern leben. Viele lernen nie lesen und schreiben, weil sie arbeiten müssen, weil die nächste Schule zu weit weg ist oder weil ihre Eltern zu arm sind.

„Ohne Schulbildung sehen die Zukunftsperspektiven für die Kinder düster aus. Für viele scheint ein Leben in Elend, Ausbeutung und Armut vorprogrammiert“, gibt Caritas-Direktor Paolo Valente zu bedenken.

Mit ihrem Kinderpatenschaftsprogramm „Wie schreibt man Zukunft“, will die Caritas gemeinsam mit zahlreichen Paten aus Südtirol gegensteuern.

Hunger, Krieg, Prostitution und Organhandel

Jedes Jahr sterben etwa 5,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren an grundsätzlich heilbaren Krankheiten. Fast die Hälfte davon werden von Unter- und Mangelernährung verursacht. 115 Millionen Buben und Mädchen bleibt der Schulbesuch verwehrt. 90 Prozent davon leben in schwächer entwickelten Ländern. In den ärmsten Ländern darf nur eines von 3 Kindern lesen und schreiben lernen, ein Viertel aller Kinder dort muss arbeiten, um zu überleben.

Eine halbe Million Kindersoldaten weltweit ist gezwungen, den Umgang mit dem Gewehr anstatt mit der Füllfeder zu üben. 4 Millionen Buben und Mädchen sind verstümmelt, weitere 6 Millionen wurden allein in den Kriegen der vergangenen 10 Jahre zum Teil schwer verletzt. Schätzungsweise 1,2 Millionen Kinder werden Opfer von Missbrauch in seinen schlimmsten Formen wie Arbeitssklaverei, Prostitution und Organhandel.

„Diese Zahlen sind deprimierend und doch gibt es auch in Südtirol viele Menschen, die gemeinsam mit der Caritas gegensteuern möchten“, betont Caritas-Direktor Paolo Valente. Das beweise unter anderem die große Unterstützung für das Kinderpatenschaftsprogramm der Caritas.

Jedes Jahr gehen etwa 2000 Spenden für die Projekte in Bolivien, Brasilien, Eritrea, Kenia und Nordmazedonien ein. Dadurch erhalten jährlich 640 Buben und Mädchen schulische Bildung, Verpflegung, sanitäre und medizinische Betreuung.

„Gemeinsam geben wir diesen Kindern den Schutz, den sie brauchen, um an ihrer Zukunft bauen zu können. Nicht selten geben diese Kinder als Erwachsene ihr Wissen weiter und tragen so zur Entwicklung in ihrer Umgebung bei“, bedankt sich Valente bei den zahlreichen Paten.

liz