Freitag, 12. Mai 2017

Welttag der Pflege: „Gesellschaft wird älter und bunter“

In Südtirol leben derzeit etwa 100.000 über 65-jährige, im Jahre 2030 werden es bereits 140.000 sein. Dies stellt die Gesellschaft in Bezug auf die Pflege vor große Herausforderungen.

Die Pflege von älteren Personen stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen.
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Die Pflege von älteren Personen stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. - Foto: © LPA

„Unsere Gesellschaft wird älter und bunter. Wir müssen uns am internationalen Tag der Pflege Gedanken darüber machen, welche Anforderungen der demographische Wandel an die Pflege stellen wird“, betont Landesrätin Martha Stocker.

Ziel: Pflege zu Hause so lange wie möglich

Um pflegebedürftige und ältere Menschen so lange wie möglich im Kreise ihrer Familie und in der gewohnten Umgebung zu belassen werden pflegende Angehörige derzeit von der Hauspflege- und Hauskrankenpflege unterstützt: 5491 Menschen wurden im vergangenen Jahr 2016 laut dem Landesinformationssystem der Sozialdienste Sozinfo der Landesabteilung Soziales von den Diensten betreut.

Von den 5491 betreuten Menschen sind fast 90 Prozent Senioren über 65 Jahre. Die Statistik spricht von insgesamt 307.486 erbrachten Leistungen wie etwa die Haushaltshilfe, Körperpflege, Transport und Begleitung, Aktivierung und Animation in Anspruch.

Neuer Spezialisierungslehrgang für pflegende Angehörige

Mit dem berufsbegleitenden, dreijährigen Spezialisierungslehrgang in Familien- und Gemeinschaftskrankenpflege geht die Pflege in Südtirol neue Wege. Die ausgebildeten Familien- und Gemeinschaftskrankenpfleger können dann einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung. 

Pilotprojekte im Unterland

Da nicht alle Krankenpfleger spezialisiert werden können, gilt es den Ansatz der Familien- und Gemeinschaftskrankenpflege als Schulungs- und Organisationsmodell aufzubauen. Im Sprengel Unterland startet ab Herbst 2017 ein Pilotprojekt für das gesamte Pflegeteam mit Schulungen zur familienzentrierten Pflege. Ausgehend von diesen beiden Pilotprojekten soll die stufenweise Ausdehnung auf alle Sprengel des Südtiroler Sanitätsbetriebes erfolgen.

lpa/stol

stol