Donnerstag, 15. März 2018

Weltverbrauchertag: Diese Rechte erwarten uns

Anlässlich des Weltverbrauchertages, der am 15. März gefeiert wird, erklärt das Europäische Verbraucherzentrum, mit welchen neuen Rechten die Verbraucher in den nächsten Monaten rechnen können.

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Foto: © shutterstock

„Auch 2018 bringt für die Verbraucher Neuerungen mit sich“, erklärt Monika Nardo vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ).

In den letzten Jahren hat die EU die Kosten für das sog. Roaming zunächst reduziert und mittlerweile gänzlich eliminiert. „Ab 20. März wird es möglich sein, die eigenen Abonnements für Streaming-Dienstleistungen auch dann zu nutzen, wenn man sich zeitweise in einem anderen EU-Land aufhält“, berichtet Milena Favretto vom EVZ.

Ab 1. Juli werden in allen EU-Ländern die Verbraucher, die eine Pauschalreise erworben haben, besser geschützt sein. Dank der neuen Bestimmungen wird die Regelung zu den Pauschalreisen in den verschiedenen EU-Ländern weniger zersplittert sein; dabei wird den im Tourismussektor, aufgrund des Aufkommens des digitalen Zeitalters, eingetretenen Entwicklungen Rechnung getragen, und es werden unter anderem die Informationspflichten der Reisebüros und der Reiseveranstalter ausgeweitet.

Geoblocking soll bald der Vergangenheit angehören

In Europa hatte in den vergangenen 12 Monaten einer von fünf Verbrauchern ein Problem im Zusammenhang mit dem Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung, wobei es sich in 66 Prozent der Fälle um einen Online- Kauf handelte.

Auch was den E-Commerce anbelangt, hat die Europäische Union große Pläne. So hat beispielsweise erst vor Kurzem der Rat der EU eine neue Verordnung verabschiedet, die das Geoblocking im Binnenmarkt verbietet. Die geografischen Barrieren stellen eine diskriminierende Praxis dar, die die Kunden daran hindert, online auf Produkte oder Dienstleistungen von Webseiten eines anderen Mitgliedstaates zuzugreifen bzw. diese zu kaufen.

Die neue Verordnung wird die Hindernisse zum E-Commerce beseitigen, in dem eine Diskriminierung aufgrund der Nationalität oder des Wohnsitzes der Kunden verhindert wird. „Auf dem Papier ist diese Verordnung sehr gut“, meint Julia Rufinatscha, die sich im EVZ mit diesen Fällen beschäftigt. „Wir werden sehen, ob sich in der Praxis wirklich etwas ändert.“

Nicht immer können die neu vorgesehenen Rechte dann auch tatsächlich geltend gemacht werden. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt sind die italienischen Händler beispielsweise weniger informiert, was die Rechte ihrer Kunden anbelangt; sie sind an vorletzter Stelle, was das Wissen über Instrumente der alternativen Streitbeilegung angeht.

„Außer die Verbraucher weiterhin über ihre Rechte zu informieren, müssen wir uns jetzt verstärkt auf die Durchsetzung der Rechte konzentrieren und auch die Zusammenarbeit mit den Unternehmen suchen, damit der europäische Binnenmarkt richtig und tatsächlich funktioniert“, so Monika Nardo, Leiterin des Europäischen Verbraucherzentrums Italien – Büro Bozen, abschließend.

stol

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