<b>Die Bruneck-Studie ist inzwischen 33 Jahre alt. Man möchte meinen, damit dürfte eigentlich langsam alles erreicht sein.</b><BR />Prof. Dr. Christian Dejaco: Das mag auf den ersten Blick so scheinen, ist aber nicht so. Die Bruneck-Studie wurde 1990 begonnen. Alle 5 Jahre wurden die Teilnehmer wieder untersucht, wobei immer wieder Erweiterungen und neue Schwerpunkte in die Untersuchungen eingeflossen sind. So etwa wurde die Gefäßultraschalluntersuchung eingeführt, wo es keine andere Studie gab, die dies damals berücksichtigt hat. 2016 wurden noch einmal weitere Brunecker eingeladen an der Studie teilzunehmen. Damit wurde das Teilnehmerfeld auf 1400 Personen angehoben. Aufgrund der Pandemie konnte der 5-Jahres-Rhythmus dann nicht mehr eingehalten werden.<BR /><BR /><b>Deshalb beginnt nun die neue Phase?</b><BR />Dr. Dejaco: Genau. Wobei es diesmal so sein wird, dass wir in Kürze zunächst die uns bereits bekannten Teilnehmer nach deren allgemeinen Gesundheitszustand nach 2018 überprüfen werden.<BR /><BR /><b>Wie viele dürften von den 1400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Jahr 2016 noch dabei sei?</b><BR />Dr. Dejaco: Eingeladen werden alle, die noch in Südtirol leben und wir rechnen damit, dass um die 800 bis 1000 Eingeladene auch teilnehmen. Die Besonderheit der Bruneck-Studie ist ja die hohe Teilnehmerquote über die gesamte Dauer hinweg, wofür man sich nicht genug bedanken kann. Das gibt der gesamten Studie natürlich auch einen besonderen Wert.<BR /><BR /><b>Der Schwerpunkt der Bruneck-Studie bleibt aber nach wie vor bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen?</b><BR />Dr. Dejaco: Im Laufe der Jahre sind eine Fülle von Bereichen dazu gekommen, die eine Rolle bei den Untersuchungen spielen, Rheumatologie, Ernährung, Bewegung und Sport, Tumorerkrankungen um nur einige zu nennen.<BR /><BR /><b>Spielt in irgend einer Form auch die Pandemie eine Rolle?</b><BR />Dr. Dejaco: Covid wird eine Rolle spielen, wobei es vor allem um die möglichen Folgen der Pandemie gehen wird.<BR /><BR /><b>Wenn Sie sagen, dass im Laufe der Jahre das Interesse der Forschenden an den Ergebnissen immer höher wurde und auch die unterschiedlichen Untersuchungen immer mehr wurden, sind dann am nunmehrigen Wiederbeginn auch mehrere Träger dabei?</b><BR />Dr. Dejaco: In der Tat. Neben dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und der Medizinischen Universität Innsbruck nun auch die Universitäten von Erlangen, Graz und Padua, sowie die Eurac. Diese umfassen die Fachrichtungen der Inneren Medizin, der Rheumatologie, der Sportmedizin, der Neurologie, die Diät und Ernährung, die Abteilung für Forschung, Innovation und Lehre des Sanitätsbetriebs, die Sportmedizin Padua sowie die Neurologie und Innere Medizin Innsbruck.<BR /><BR /><b>Also wird die Studie bzw. werden deren Ergebnisse mit Interesse weit über Bruneck und Südtirol hinaus verfolgt?</b><BR />Dr. Dejaco: Auf alle Fälle. Die Bruneck Studie ist eine der ältesten Bevölkerungsstudien der Welt, hat inzwischen über 200 Veröffentlichungen in Journalen mit Weltruf, aber auch Einklang in die medizinische Praxis gefunden. Das ist natürlich bisherigen Team unter den Studienleitern aus Bruneck und Innsbruck zu verdanken ist. Jetzt hat ein Generationenwechsel stattgefunden.<BR /><BR /><b>Eine ziemliche Herausforderung für das neue Team…</b><BR />Dr. Dejaco: Es ist immer eine neue Herausforderung, auch weil sich die Rahmenbedingungen ändern; es gibt neue Gesetze; es ändern sich die Geräte, die Untersuchungsmethoden, die Forschungsfragen und so ist eigentlich jede Phase immer auch wieder irgendwie neu.<BR /><b><BR />Wie ist das neue Team nun im Krankenhaus Bruneck zusammengesetzt?</b><BR />Dr. Dejaco: Dr. Gregorio Rungger (Neurolgie), Dr. Christoph Leitner (innere Medizin), ich selber und das ganze Team in Verwaltung und Direktion; die Abteilungen Sportmedizin sowie die Abteilungen Innovation und Forschung. Hinzu kommen unsere Partner aus den zuvor genannten Institutionen.<BR /><BR /><b>Effektiver Start soll dann Mitte Oktober sein?</b><BR />Dr. Dejaco: Genau. Mitte Oktober geht's los. Die Vorstellung erster Daten könnte dann gegen Ende nächsten Jahres möglich sein.<BR /><BR /> <a href="https://www.i-med.ac.at/mypoint/archiv/2011071401.xml" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier erfahren Sie mehr zur Bruneck-Studie.</a><h3>Termin</h3>Auftaktveranstaltung der Bruneck-Studie am 3. Oktober um 18 Uhr im Veranstaltungszentrum NOI Techpark – Eintritt frei<BR />