Freitag, 09. April 2021

Weltweite Anteilnahme am Schmerz der Queen

Der Tod von Prinz Philip, dem Gemahl der britischen Königin Elizabeth II., hat weltweit Trauer ausgelöst. Über Jahrzehnte war er die verlässliche Stütze an der Seite der Queen: Nun hat das britische Königshaus mit Prinz Philip einen seiner wichtigsten Vertreter verloren. Im Juni wäre der Prinzgemahl 100 Jahre alt geworden.

Nicht nur in Großbritannien ist die Trauer um Prinz Philip groß.
Nicht nur in Großbritannien ist die Trauer um Prinz Philip groß. - Foto: © APA/afp / TOLGA AKMEN
2 Monate vor seinem 100. Geburtstag ist Prinz Philip, Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., gestorben. Der Herzog von Edinburgh sei am Freitagmorgen im Alter von 99 Jahren friedlich auf Schloss Windsor bei London eingeschlafen, teilte der Buckingham-Palast im Namen der „zutiefst betrübten“ Queen mit. Erst vor wenigen Wochen war Philip nach erfolgreicher Herzoperation aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sein Tod gilt als großer Einschnitt für Großbritannien und das Königshaus und löste im Vereinigten Königreich sowie weltweit Trauer aus.

Der britische Premierminister Boris Johnson würdigte ihn in einer Ansprache vor seiner Residenz in Downing Street 10. Zahlreiche Politiker und Würdenträger in aller Welt gedachten des Herzogs von Edinburgh. Johnson erinnerte besonders an die militärischen Leistungen Philips im Zweiten Weltkrieg, an seinen jahrzehntelangen Dienst an der britischen Monarchie und an sein Engagement für die Umwelt. In dieser Hinsicht sei Philip seiner Zeit weit voraus gewesen, betonte der Premier. Außerdem würdigte er den Herzog als Stütze für seine Frau, die Monarchin, als Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater.

Der konservative Politiker forderte zudem die Bevölkerung auf, in dieser schwierigen Zeit an die Trauer der Queen und ihrer Familie zu denken. Johnson betonte, auch dank Philip sei das Königshaus heute „eine Institution, die unbestreitbar bedeutsam für das Gleichgewicht und das Glück unseres nationalen Lebens bleibt“.

Anteilnahme aus ganz Europa




EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übermittelte der Königin, ihrer Familie und dem britischen Volk ihr Beileid. Es sei ein „sehr trauriger Tag“, schrieb sie auf Twitter. Der deutsche Außenminister Heiko Maas äußerte ebenfalls sein Beileid und twitterte, Philip habe „ein langes Leben im Dienst seines Landes“ gelebt.

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte Philip einen wichtigen Versöhner von Großbritannien und Deutschland. „Als Angehöriger der Royal Navy kämpfte Prinz Philip für die Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Terror. Sein Einsatz für Demokratie und Freiheit wird uns in Erinnerung bleiben.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, der Tod erfülle sie „mit großer Trauer“.



Italiens Staatschef Sergio Mattarella hat anlässlich des Todes von Prinz Philip an die „beispielhafte Hingabe“ erinnert, mit der der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II. der Krone gedient habe. Der 79-jährige Präsident kondolierte der königlichen Familie und dem britischen Volk. „Bei vielen Menschen auf der ganzen Welt lebt die Erinnerung fort an eine Persönlichkeit, die mehr als 70 Jahre lang mit beispielhafter Hingabe der Krone und dem Vereinigten Königreich gedient und die Entwicklung des Landes mit Offenheit und Innovation begleitet hat“, schrieb Mattarella am Freitag in Rom.




Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, würdigte den Herzog in einer schriftlichen Stellungnahme. „Sooft ich ihn getroffen habe, war ich beeindruckt von seiner offensichtlichen Lebensfreude, seinem forschenden Geist und seiner Fähigkeit, mit Menschen jeder Herkunft und jeder Lebenslage zu kommunizieren“, schrieb der höchste geistliche Würdenträger der anglikanischen Kirche.

Auch Commonwealth-Familie trauert


Der australische Premierminister Scott Morrison drückte ebenfalls sein Beileid aus. „Fast 80 Jahre lang hat Prinz Philip der Krone, seinem Land und dem Commonwealth gedient“, hieß es am Freitag in einer längeren Mitteilung. Der Verstorbene habe eine Generation verkörpert, „die es so nicht mehr geben wird“. Morrison erinnerte daran, dass der Herzog von Edinburgh Australien mehr als 20 Mal besucht habe. Königin Elizabeth ist das Staatsoberhaupt des Landes.


Auch die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hat der britischen Königsfamilie das Beileid des Pazifikstaats übermittelt. „Unsere Gedanken sind bei Ihrer Majestät der Königin in dieser zutiefst traurigen Zeit“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung. „Im Namen des neuseeländischen Volkes und der Regierung möchte ich Ihrer Majestät und der gesamten königlichen Familie mein aufrichtiges Beileid aussprechen.“ Elizabeth II. ist auch das Staatsoberhaupt Neuseelands.

Königsfamilien nehmen Anteil


Das schwedische Königshaus reagierte mit großer Trauer auf den Tod von Prinz Philip. „Prinz Philip ist über viele Jahre ein guter Freund unserer Familie gewesen, eine Freundschaft, die wir sehr geschätzt haben“, erklärte Schwedens König Carl XVI. Gustaf (74) am Freitag in einer Stellungnahme. Philips Einsatz für sein Land sei ein Vorbild für alle. „Wir sprechen Ihrer Majestät der Königin, der königlichen Familie und der Bevölkerung Großbritanniens unser Beileid aus.“


Auch das norwegische Königshaus drückte der britischen Königin Elizabeth II. und ihren Angehörigen sein Beileid zum Tod von Prinz Philip aus. Die Familie von König Harald (84) habe die Botschaft mit großer Trauer erhalten, dass der Gemahl der Queen im Alter von 99 Jahren gestorben sei, teilte der Osloer Hof am Freitag mit. Man sei in Gedanken bei der Königin und ihrer Familie, erklärte Harald. „Unser Beileid gilt auch dem britischen Volk.“ Wie aus einer Mitteilung des Königshauses hervorging, sollten die Flaggen am Schlossbalkon in Oslo sowohl am Freitag als auch am Tag der Beerdigung auf halbmast gesetzt werden.



Das niederländische Königshaus hat der britischen Königsfamilie sein Mitgefühl zum Tode von Prinz Philip (99) ausgesprochen. „Mit großem Respekt gedenken wir seiner königlichen Hoheit Prinz Philip“, erklärten König Willem-Alexander, seine Frau Máxima sowie die Mutter des Königs, Prinzessin Beatrix, am Freitag in Den Haag. Er habe sein langes Leben in den Dienst des britischen Volkes gestellt, würdigte die Oranje-Familie. „Seine lebendige Persönlichkeit machte einen unauslöschlichen Eindruck.“



Das belgische Königspaar hat sich betrübt über den Tod des Prinzen Philip gezeigt und seine Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Im Namen des belgischen Königs Philippe und seiner Frau Königin Mathilde schrieb der Palast am Freitag auf Twitter: „Tief traurig über den Tod seiner königlichen Hoheit Prinz Philip, Herzog von Edinburgh.“ Man wolle ihrer Majestät, der Königin, der britischen Königsfamilie und dem britischen Volk tief empfundenes Beileid aussprechen.

Auch Indien sendet Kondolenzen



Indiens Premierminister Narendra Modi hat dem britischen Volk und der Königsfamilie nach dem Tod von Prinz Philip kondoliert. Modi schrieb am Freitag bei Twitter, er wünsche, dass die Seele des Ehemanns der Queen und Herzogs von Edinburgh in Frieden ruhe. Zudem würdigte er Philips herausragende Karriere im Militär.



Auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat zum Anlass des Todes des britischen Prinzgemahls Philip kondoliert. „Ich übermittle Ihrer Majestät der Königin, dem Königshaus und dem Volk des Vereinigten Königreiches mein aufrichtiges Beileid nach dem Tod Seiner königlichen Hoheit, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh“, twitterte der Kanzler am Freitag.


Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat dem britischen Königshaus kondoliert. „Im Namen meines Landes spreche ich mein tiefstes Beileid aus. Ich teile die Trauer der königlichen Familie und der Menschen im Vereinigten Königreich“, twitterte Erdogan am Freitag. Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., war im Alter von 99 Jahren gestorben.




Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat sein Mitgefühl ausgesprochen. „Mein tiefstes Beileid und meine aufrichtige Anteilnahme der Königin Elizabeth II., dem Prinzen von Wales, der königlichen Familie und dem britischen Volk“, schrieb Rivlin bei Twitter. „Möge seine Erinnerung ein Segen sein.“ Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu kondolierte. „Prinz Philip war der vollendete Staatsdiener und wird in Israel und auf der ganzen Welt sehr vermisst werden.“

Eine schwierige Zeit für die Krone

Die britische Krone verliert einen ihrer wichtigsten Vertreter in turbulenten Zeiten: Zuletzt sorgte ein Interview von Philips Enkel Harry und seiner Frau Meghan, die sich zunächst nicht unabhängig vom Palast zu Philips Tod äußerten, für ordentlich Unruhe im Königshaus. In dem weltweit beachteten Gespräch mit US-Moderatorin Oprah Winfrey hatte das Paar der Familie Rassismus und mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Seit der Palast erklärte, man werde die Vorwürfe „privat aufarbeiten“, ist etwas Ruhe eingekehrt – doch ein Schatten bleibt.

Auch die Vorwürfe gegenüber Philips Sohn Prinz Andrew, der mittlerweile keine offiziellen Termine mehr wahrnimmt, stehen weiter im Raum. Bei Ärger in der Familie soll Philip bis zuletzt wichtiger Berater für die Queen gewesen sein. Gemeinsam mit ihr hat er vier Kinder: Neben Thronfolger Prinz Charles und Andrew gehören auch Prinzessin Anne und Prinz Edward dazu. Die Thronfolge ist durch seinen Tod nicht betroffen.



apa/dpa