Sonntag, 07. Juni 2020

Weltweite Protestwelle gegen Rassismus ebbt nicht ab

Die durch die Tötung des Afroamerikaners George Floyd ausgelöste weltweite Protestwelle gegen Rassismus hat sich am Sonntag fortgesetzt. Allein in London strömten Zehntausende ins Stadtzentrum und zur US-Botschaft, obwohl Gesundheitsminister Matt Hancock und die Polizei wegen der Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus dazu aufgerufen hatten, von einem erneuten Massenprotest abzusehen.

Weltweit gibt es seit Tagen Proteste.
Weltweit gibt es seit Tagen Proteste. - Foto: © APA (Archiv) / HANS PUNZ
Auch in Rom, Kopenhagen und Madrid gingen Tausende auf die Straßen. Wie schon am Samstag, als in zahlreichen Städten, darunter Berlin, München, Hamburg und Brisbane, Zehntausende demonstrierten, wurde mit Sprechchören und auf unzähligen Schildern Solidarität mit der Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter unterstrichen, aber auch Rassismus im eigenen Land angeprangert.

Viele Aktivisten trugen wegen des Virus Schutzmasken. Auch am Sonntag blieben die Proteste überwiegend friedlich.

In Rom knieten die Demonstranten um 12 Uhr fast 9 Minuten lang als Zeichen der Trauer über den Tod Floyds. Viele Demonstranten trugen Plakate mit der Aufschrift „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“. Viele hatten auch Fotos von Floyd und anderen durch Polizisten getöteten Afroamerikanern dabei.

Die Proteste entzündeten sich an Floyds Tötung in Minneapolis am 25. Mai. Er starb, nachdem ein weißer Polizist ihn fast neun Minuten mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt hatte. Es folgten tägliche Demonstrationen, bei denen es am Rande zu teils schweren Ausschreitungen kam.

Ab Mittwoch begann die Gewalt dann aber merklich nachzulassen, nachdem die vier am Einsatz gegen Floyd beteiligten Beamten festgenommen wurden. Auch am Samstag war es friedlich zugegangen bis auf vereinzelte Vorfälle am Rande. Festnahmen gab es unter anderem in Berlin und London.

dpa