Dienstag, 25. September 2018

Wem die Südtiroler vertrauen

Eine ASTAT-Studie über den öffentlichen Dienst bringt ans Tageslicht: Südtirols Einwohner sind zwar mit dem Großteil der Dienste zufrieden, doch, was das Vertrauen anbelangt, hapert es an mancher Stelle.

Während die Südtiroler im öffentlichen Dienst vor allem Ärzten vertrauen, sind sie bei Politikern und Journalisten oft skeptisch.
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Während die Südtiroler im öffentlichen Dienst vor allem Ärzten vertrauen, sind sie bei Politikern und Journalisten oft skeptisch. - Foto: © shutterstock

Das Maß an Vertrauen, das die Südtiroler in die örtlichen und „entfernteren“ Dienste setzen, ist unterschiedlich: Während 78,4 Prozent der eigenen Gemeinde ihr Vertrauen schenken, und 78 Prozent dem Land Südtirol vertrauen, liegt der Prozentsatz bei der EU bei knapp 45 Prozent und beim Staat unter 20 Prozent.

Misstraut wird Politikern, vor allem auf staatlicher Ebene, und Journalisten, während Ärzte, Ordnungshüter, Beamte und Lehrpersonen sowie Richter mehr Vertrauen genießen.

Höchster Zufriedenheitsgrad bei Busdiensten

Der Zufriedenheitsgrad mit den öffentlichen Diensten ist relativ hoch mit Spitzen von über 90 Prozent bei den Busdiensten. Er ist allgemein höher als das Vertrauen. Als Gründe für die Unzufriedenheit werden in erster Linie Umständlichkeit und Langsamkeit der Dienste angegeben. Die Gesundheitsdienste schneiden dabei schlechter ab als im Jahr 2015: Aktuell sind 28 Prozent unzufrieden, und das vor allem wegen der Wartezeiten. Mit dem Postdienst ist die mehr als die Hälfte der Einwohner zufrieden.

So vertraut Südtirol 

Während Ärzten 87,5 Prozent der Bevölkerung vertrauen, Wissenschaftler 83,7 Prozent und Lehrkräften immerhin 80 Prozent, finden sich am Ende der Rangliste italienische Politiker mit 9,4 Prozent. Den Journalisten vertrauen 37,7 Prozent der Befragten, den Südtiroler Politikern rund 41 Prozent. Gewerkschaftsvertretern vertrauen immerhin fast 51 Prozent, Priestern über 55 Prozent. 

Weit oben in der Skala finden sich auch Gemeindebedienstete. Ihnen vertrauen 77 Prozent, den Ordnungshütern über 76 Prozent. 

So zufrieden ist Südtirol 

Was die Zufriedenheit betrifft, gibt es für die Gemeinden mit 87,4 Prozent Top-Werte. 85,8 Prozent sind mit den Stadtbussen zufrieden, fast 83 Prozent mit Rai Südtirol. Mit dem Schulsystem sind immerhin 70 Prozent zufrieden. Am Ende der Skala befindet sich die Post. Aber auch mit dieser ist der Grpß´teil der Befragten, nämlich 57 Prozent, zufrieden. 

Wenig Kritik in Sachen Kompetenz

Die häufigsten Kritikpunkte betreffen im allgemeinen die Langsamkeit/Ineffizienz: Neben „lange Wartezeiten“ sind Kritikpunkte vor allem „man muss die Ämter mehrmals aufsuchen“, „es werden zu viele Dokumente verlangt“ und „zu lange Warteschlangen“. Weniger Kritik wird an der Kompetenz/Qualität geäußert.

Für die Studie waren insgesamt rund 2000 Personen befragt worden. 

stol

stol