Das Kind hatte Glück und kam mit leichten Verletzungen davon – der Fall entfacht die Debatte über die Sicherheit in Schwimmbädern erneut.<BR /><BR />Was als unbeschwerter Ferientag im Schwimmbad begann, endete für ein siebenjähriges Mädchen mit einem Schock: Das Kind wurde in einem Freizeitbad in der Provinz Treviso mit dem rechten Bein an der Umwälzpumpe eines Beckens festgesaugt und konnte erst nach dem Eingreifen der Betreuer befreit werden. Verletzt wurde das Mädchen nicht schwer, doch der Vorfall veranlasste die Eltern zu einer Anzeige bei den Carabinieri, damit der Fall untersucht wird und sich ein ähnlicher Unfall nicht wiederhole.<BR /><BR />Der Zwischenfall ereignete sich am 9. Juli während eines Ausflugs eines Freizeitzentrums. Nach Angaben der Familie war das Mädchen von Luftblasen an der Wasseroberfläche angezogen worden und näherte sich der Stelle im Becken. Dabei sei ihr rechtes Bein von der Ansaugöffnung der Umwälzpumpe erfasst worden. Das Kind habe um Hilfe gerufen. <BR />Betreuer des Freizeitzentrums versuchten, es zu befreien. Die Pumpe musste laut den Eltern zunächst abgeschaltet werden, weil sich das Bein nicht lösen ließ. Die Betreiber der Anlage widersprechen dieser Schilderung. Das Mädchen sei sofort herausgezogen worden, ein Abschalten der Anlage sei nicht notwendig gewesen.<BR /><BR />Die Siebenjährige wurde anschließend in die Notaufnahme gebracht. Laut ärztlichem Bericht erlitt sie einen rund zehn Zentimeter großen Bluterguss am Bein. Der Abdruck der Ansaugöffnung blieb mehrere Tage sichtbar. Nach Angaben der Familie konnte das Kind in der Nacht nach dem Vorfall vor Angst kaum schlafen.<BR /><BR />Die Eltern verzichteten nach eigenen Angaben auf eine Strafanzeige gegen den Betreiber, reichten jedoch eine Mitteilung bei den Carabinieri ein. Damit solle auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht und überprüft werden, ob alle erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. Anlass für die Veröffentlichung des Falls seien mehrere jüngste Unfälle mit Ansaugvorrichtungen in Schwimmbädern gewesen.<BR /><BR />„Was wäre gewesen, wenn statt des Beins ein Arm erfasst worden wäre? Oder wenn sie lange, offene Haare statt einer Badekappe gehabt hätte? Dann hätte es eine Tragödie geben können“, erklärten die Eltern in einem Schreiben. Die Betreiber der Anlage wiesen die Vorwürfe zurück. <BR />Es handle sich um einen oberirdischen Pool für den privaten Gebrauch, dessen Ansaugöffnung mit einem Schutzgitter versehen sei. Der Vorfall sei geringfügig gewesen. Sie warfen der Familie vor, den Ruf der Einrichtung zu schädigen, und kündigten rechtliche Schritte gegen Behauptungen an, die Anlage entspreche nicht den Sicherheitsvorschriften.<BR /><BR />Die Sicherheit der Schwimmbädern in Italien steht derzeit im Mittelpunkt der Debatte. Vergangene Woche hatte ein aus Suisio in der Provinz Bergamo stammendes elfjähriges Mädchen in einem Swimmingpool in der Badeortschaft Sestri Levante das Leben verloren. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/haare-in-pool-ansaugung-verfangen-maedchen-11-stirbt-nach-dramatischem-unfall" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Es hatte sich mit ihren Haaren in der Ansaugung einer kleinen Poolanlage verfangen und konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien.</a> Das Kind starb im Gaslini-Krankenhaus in Genua - ihre Eltern spendeten die Organe. <h3> Experten-Interview</h3>Wie funktionieren solche Poolpumpen und wie können Sie zur tödlichen Gefahr werden? <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/albtraum-im-pool-wenn-die-ansaugpumpe-zur-toedlichen-falle-wird" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Robert Gasparini, Poolexperte von Gasparini Wellness Technology aus Sterzing, hat uns die Technik und ihre Tücken dahinter erklärt.</a>