Dienstag, 24. März 2020

Weniger Neuinfektionen in Italien: Optimismus „zu früh“

Die italienischen Gesundheitsbehörden haben vor vorschnellem Optimismus angesichts des Rückgangs bei den Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gewarnt. „Wir dürfen uns keine Illusionen wegen eines leichten Rückgangs machen“, sagte der Direktor des italienischen Gesundheitsinstituts (ISS), Silvio Brusaferro, am Dienstag im Sender Rai Radio2.

601 Menschen starben innerhalb von 24 Stunden an den Folgen ihrer Infektion. Dies entspricht einem leichten Rückgang von sechs Prozent. Trotzdem ist es noch nicht an der Zeit, optimistisch zu sein.
601 Menschen starben innerhalb von 24 Stunden an den Folgen ihrer Infektion. Dies entspricht einem leichten Rückgang von sechs Prozent. Trotzdem ist es noch nicht an der Zeit, optimistisch zu sein. - Foto: © ANSA / Andrea Canali
Er rief die Italiener eindringlich dazu auf, die Ausgangsbeschränkungen weiter einzuhalten. Nach offiziellen Angaben vom Montagabend sank die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus zuletzt von mehr als 6.500 auf knapp 4.800. 601 Menschen starben innerhalb von 24 Stunden an den Folgen ihrer Infektion. Dies entspricht einem leichten Rückgang von 6 Prozent.

Die Daten müssten nun „sehr sorgfältig“ geprüft werden, sagte Brusaferro. Es werde einige Zeit dauern, um den „Trend zu verstehen“. Die Italiener befänden sich in einer „sehr wichtigen Woche“ der Pandemie.
Brusaferro forderte seine Landsleute dazu auf, die landesweit geltenden Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregeln weiterhin strikt einzuhalten. Die Folgen „schlechten Verhaltens heute“ werde man in zwei Wochen sehen, warnte er. „Unsere Fähigkeit, die Regeln strikt zu befolgen, wird definitiv den Verlauf der Ansteckungskurve in allen Regionen beeinflussen.“

Die meisten Italiener scheinen die strengen Eindämmungsmaßnahmen der Regierung inzwischen akzeptiert zu haben. Großstädte wie Mailand, Neapel, Rom und Florenz machten in den vergangenen Tagen einen verwaisten Eindruck. Einer Umfrage der Zeitung „La Repubblica“ zufolge befürworten 94 Prozent der Italiener Maßnahmen wie die Schließung von Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen ebenso wie die Ausgangsbeschränkungen.

apa/stol