Montag, 11. Juni 2018

Weniger Schwangerschaftsabbrüche und Fehlgeburten

Die Anzahl der in Südtiroler Gesundheitseinrichtungen durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche sind erneut gesunken, auch wurden im Jahr 2017 weniger Fehlgeburten gemeldet.

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Foto: © shutterstock

Wie das Landesinstitut für Statistik ASTAT mitteilt, wurden im vergangenen Jahr 516 freiwillige Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, 8,3 Prozent weniger als noch 2016. Die Abbruchziffer lag bei 4,5 je 1000 Frauen im gebärfähigen Alter (15-49 Jahre). Ein Wert, der im Vergleich zum Jahr 1980, (7,1) deutlich zurückgegangen ist. Auch liegt Südtirol unter dem nationalen Durchschnitt (6,5).

Mehr als vier von zehn betroffenen Frauen sind Ausländerinnen

Wie die Experten des ASTAT berichten, fallen die freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche der ausländischen Frauen - vor allem aus Osteuropa - immer stärker ins Gewicht. „Zum einen steigt der Anteil der Ausländerinnen an der Gesamtbevölkerung stetig an, zum anderen neigen sie mehr als italienische Staatsbürgerinnen dazu, die Schwangerschaft abzubrechen“, heißt es in der Studie. Im Vorjahr entfielen 42,1 Prozent aller freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche auf ausländische Frauen, 2001 waren es noch 17 Prozent.

Die Frauen, die in Südtirol eine gesetzlich erlaubte Abtreibung vornehmen lassen, waren größtenteils ledig (58,1 Prozent). 34,7 Prozent waren verheiratet und 7,2 Prozent getrennt, geschieden oder verwitwet.

Der Großteil der Frauen, die sich im Vorjahr für einen Schwangerschaftabbruch entschieden hatten, waren kinderlos (40,9 Prozent), 20,5 Prozent hatten bereits ein Kind und 38,6 Prozent mehr als eines. Jede fünfte Befragte gab an, bereits mindestens ein Mal eine Schwangerschaft abgebrochen zu haben, 16,1 Prozent hatten zuvor mindestens eine Fehlgeburt.

Der Anteil der Schwangerschaftsabbrüche bei Ausländerinnen, die schon einmal abgetrieben haben, liegt dabei höher als jener der Inländerinnen (23 gegenüber 16,4 Prozent).

Mehr als eine von zehn Frauen ist älter als 40 Jahre

Eine Auswertung der Daten nach Altersklassen ergibt, dass Frauen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren am häufigsten einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen (42,1 Prozent). 13,8 Prozent der betroffenen Frauen sind mindestens 40 Jahre alt, der Anteil der unter 20- Jährigen liegt bei 7,8 Prozent.

Fast die Hälfte der Abtreibungen werden zwischen der 9. und 10. Woche durchgeführt, ein Viertel innerhalb der 8. Schwangerschaftswoche.

Aus dem Monitoring des Jahres 2017 über das Personal, das Schwangerschaftsabbrüche aus Gewissensgründen verweigert, geht hervor, dass 85,2 Prozent der Gynäkologen, die in Südtirols öffentlichen Krankenhäusern und Privatkliniken arbeiten, keine Abtreibungen vornehmen. Italienweit liegt der Anteil der Verweigerer insgesamt bei 70,9 Prozent (2016).

Wieder weniger Fehlgeburten

Im Jahr 2017 wurden in Südtirol 640 Fehlgeburten, die eine Einlieferung in eine öffentliche oder private Krankenanstalt erforderlich machten, verzeichnet. Das sind 2 Prozent weniger als im Vorjahr, als die Zahl noch bei 653 lag.

Die Abbruchziffer in diesem Fall beträgt 5,5 Fehlgeburten je 1000 Frauen im gebärfähigen Alter (15-49 Jahre). Der Gesundheitsbezirk Meran (7,7) verzeichnete dabei landesweit die höchste Abbruchziffer. Jede 4. der betroffenen Frauen stammt aus dem Ausland.

Durchschnittsalter der Frau fast 34 Jahre

Das zunehmende Alter der Frauen zum Zeitpunkt der Empfängnis stellt laut den Experten des ASTAT den höchsten Risikofaktor für eine Fehlgeburt dar: So ist die Abbruchquote bei den Frauen ab einem Alter von 40 Jahren mehr als doppelt so hoch wie in der Altersklasse der 35- bis 39- Jährigen. Im Jahr 2017 betrug das Durchschnittsalter der Frauen bei einer Fehlgeburt 33,7 Jahre.

72,3 Prozent der Fehlgeburten traten bereits in den ersten zehn Schwangerschaftswochen auf. Die mittlere Zahl der Schwangerschaftswochen vor einer Fehlgeburt hält sich konstant bei 9,8 Wochen.

stol/liz

stol