Montag, 08. Juni 2020

Wenn Alleinsein zur Einsamkeit wird: Darüber reden hilft

Jeder Einsame ist aus anderen Gründen einsam – und doch ähneln sich die Gründe. Eine Selbsthilfegruppe ist ein Weg aus der Isolation: Dort hilft man sich gegenseitig. Den Start einer solchen Selbsthilfegruppe plant der Dachverband für Soziales und Gesundheit (dsg).

Nicht erst seit der Coronakrise wächst die Einsamkeit in Südtirol.
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Nicht erst seit der Coronakrise wächst die Einsamkeit in Südtirol. - Foto: © dsg
Die Frage, ab wann ein Mensch einsam ist, ist nicht leicht zu beantworten. „Grundsätzlich ist Einsamkeit eine subjektive Einschätzung. Jeder kennt das Gefühl. Nur, wenn diese Einsamkeit nicht freiwillig gesucht wird, entsteht ein konstantes Unwohlsein“, sagt Irene Gibitz von der Dienststelle für Selbsthilfegruppen im Dachverband für Soziales und Gesundheit.

Durch die Coronakrise und die verordnete Distanz ist die Problematik aktueller denn je. „Aber auch unabhängig von Covid-19 wächst das Problem der Einsamkeit in den letzten Jahren“, erzählt Gibitz. Die Gründe sind vielfältig: Einsamkeit ist eine Realität, die über Alter, Geschlecht, Hautfarbe oder soziale Verhältnisse hinausgeht. „Einsamkeit entsteht, wenn man nicht in Harmonie mit der Umgebung ist. Durch Verlust von Angehörigen, durch Familienkonflikte, durch wenig zuverlässige Beziehungen, durch Mobbing, wenn man krank ist oder ein krankes Familienmitglied pflegt, wenn man die Arbeit verliert oder wenn wichtige Aufgaben im Leben weggefallen sind“, erklärt der dsg.

Um Betroffenen einen Austausch mit anderen Betroffenen zu ermöglichen ist nun der Start einer Selbsthilfegruppe geplant. Vorerst finden die Treffen mittels Videokonferenz statt. Später, sobald es die Sicherheitsbestimmungen zu Covid-19 wieder erlauben, wird es normale Treffen geben. Durch den Austausch in der Gruppe sollen die Teilnehmer gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung erfaaren, Lösungsstrategien gegen die Einsamkeit entwickeln und Ideen für ihre Alltags- und Freizeitgestaltung sammeln.

Das Starttreffen der Selbsthilfegruppe findet am Mittwoch, 17. Juni um 19 Uhr im Online-Meeting Raum des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit statt. Alle Interessierten können daran teilnehmen. Die Treffen sind kostenlos. Vorgesehen sind 14-tägige Treffen, jeweils am 1. und 3. Mittwoch des Monats von 19 bis 20.30 Uhr.

Die Gruppe startet mit Unterstützung eines freiwilligen Wegbegleiters der Dienststelle für Selbsthilfegruppen und wird nach der Startphase als eigenständige Gruppe weiterarbeiten. Weitere Infos und Anmeldung bei Irene Gibitz, Dienststelle für Selbsthilfegruppen, Tel. 348 4158530, E-Mail: [email protected].

pho