Das innovative Projekt verbindet Insekten-, Pflanzen- und Fischzucht in einem geschlossenen Kreislauf und ermöglicht so eine effiziente Nutzung von Ressourcen.<h3> Ein Europa ohne Lebensmittelabfälle</h3>Entstanden ist die Anlage aus einer Zusammenarbeit des Kompetenzzentrums für Aquaponik „Solos“ und dem österreichischen Biotechnologieunternehmen „Reploid“ im Rahmen des Interreg-Projekts „Circular Economy Food Cycle“, das von der IDM koordiniert wird.<BR /><BR /> Die Vision dahinter ist ehrgeizig: ein Europa ohne Lebensmittelabfälle. „Dies soll durch eine Synergie, also eine Kreislaufwirtschaft aus Aquaponik und Insektenzucht, gelingen“, erklärte Matthäus Kircher, Mitgründer und CEO von „Solos“, bei der Eröffnung der neuen Anlage in Tramin.<BR /><BR />Das Herzstück des Projekts bildet das Aquaponik-System des Südtiroler Unternehmens „Solos“, das Fischzucht und Pflanzenanbau in einem geschlossenen Kreislauf verbindet. Die Fische liefern dabei über ihre Ausscheidungen Nährstoffe, die von den Pflanzen aufgenommen werden. Diese filtern wiederum das Wasser, das anschließend zu den Fischen zurückgeführt wird. So lassen sich Salat, Schnittlauch oder Basilikum besonders ressourcenschonend anbauen und parallel dazu auch noch Fische züchten.<h3> Natur kennt keinen Abfall</h3>Innovative Konzepte bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Beim Aquaponik-System betrifft dies vor allem das Fischfutter: Klassische Futtermittel auf Basis von Fischmehl oder -öl gelten aufgrund der benötigten Menge schon längst nicht mehr als nachhaltig. Genau hier setzt die Zusammenarbeit mit „Reploid“ an. Angesichts der Tatsache, dass Insekten rund 40 Prozent der weltweiten Biomasse ausmachen, erweist sich der Einsatz von Insektenprotein als sinnvolle Alternative zum ökologisch problematischen Fischmehl. <BR /><BR />Verwendet wird dazu die Soldatenfliege, eine invasive Art, die sich laut Dr. Franz Hintner vom tierärztlichen Dienst des Landes speziell für geschlossene Kreisläufe eigne. Die Insekten werden dabei als nachhaltige Ressource in hochwertiges Tierfutter verarbeitet. Gleichzeitig wird durch die Kombination von Fisch-, Insekten- und Pflanzenzucht das wachsende Problem der Lebensmittelabfälle angegangen. Die Futtermittel für die Insektenlarven stammen aus lokal beschaffenen Reststoffen und werden in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Ecorott aus Auer hergestellt. <BR /><BR />„Die Natur kennt keinen Abfall“, fassten die Projektbeteiligten die Grundidee hinter der Kreislaufwirtschaft zusammen. Mit der neuen Anlage zeigt Südtirol, wie Kreislaufwirtschaft praktisch umgesetzt werden und ein Modell für eine nachhaltige und ressourcenschonende Zukunft entstehen kann.