Zunächst eine gute Nachricht: Die Zahl der Betrugsstraftaten, die am Telefon oder an der Haustür begangen werden, steigt nicht. „Das liegt auch daran, dass es dafür mittlerweile ein höheres Bewusstsein in der Bevölkerung gibt“, weiß Carabinieri-Hauptmann Sebastiano Cannata Galante, der das Meraner Carabinieri-Kommando leitet. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73680016_quote" /><BR /><BR />Dabei nutzen Betrüger immer dreistere Methoden. Wie berichtet, wurde erst kürzlich eine Frau aus Bozen beinahe um 35.000 Euro gebracht. Sie hatte eine SMS von einem – wie sich später herausstellte – falschen Zahlungsdienstleister erhalten und wurde später von einem vermeintlichen Carabinieri-Beamten kontaktiert. „Wir informieren die Bürger auch, beispielsweise wenn ein Angehöriger einen Unfall hatte. Aber wir fordern sie nie dazu auf, Überweisungen zu tätigen, Bankdaten mitzuteilen oder Geld auszuhändigen“, sagt der Meraner Carabinieri-Hauptmann.<BR /><BR /> Er warnt vor den diversen Methoden der Betrüger. Besonders perfide sind Anrufe, die von gefälschten Nummern stammen. Die Betrüger sind dazu in der Lage, Festnetznummern – etwa die der Carabinieri – zu imitieren. „So schaffen sie es, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen“, erklärt Cannata Galante. Er rät dazu, sofort aufzulegen und die Notrufnummer 112 zu wählen. Fremden sollte man auch nicht die Tür öffnen, empfiehlt die Staatspolizei in einer Aussendung.<h3> Ältere Menschen sind besonders betroffen</h3>Hinter Telefonbetrug stehen meist kriminelle Gruppen, die sich auf diese Art von Delikten spezialisiert haben. Nur in wenigen Fällen verübt eine Person eine solche Straftat allein. Dabei wählen sie ihre Opfer nicht gezielt aus: „Sie unternehmen viele Versuche und probieren es bis zu 100 Mal am Tag“, berichtet Cannata Galante. An die Telefonnummern gelangen sie auch über das Internet: „Wenn wir eine Webseite besuchen, werden wir dazu aufgefordert, sogenannte ‚Cookies‘ zu akzeptieren. So erteilen wir eine Zustimmung zur Weitergabe unserer Daten, Präferenzen und Profile.“ Deshalb sei es wichtig, die Datenschutzbedingungen zu lesen, so der Carabinieri-Hauptmann von Meran.<BR /><BR />Übrigens sind statistisch gesehen ältere Menschen besonders von Betrugsmaschen betroffen.<BR /><h3> So schützt man sich vor Betrug</h3>Die Maschen der Betrüger sind oft mehr als dreist: Anrufe von falschen Polizeibeamten oder Anwälten, SMS von vermeintlichen Zahlungsdienstleistern oder der Besuch falscher Handwerker. Die Staatspolizei empfiehlt in einer Aussendung folgende Präventionsmaßnahmen: <BR /><BR /><Aufzählung_Quadrat> Seien Sie misstrauisch bei dringenden Anfragen nach Geld oder Schmuck. Keine Polizei- oder Justizbehörde fordert telefonisch zur Übergabe von Bargeld oder Wertsachen auf, um angebliche rechtliche Probleme von Familienangehörigen zu lösen.</Aufzählung_Quadrat><BR /><Aufzählung_Quadrat>Geben Sie keine persönlichen oder Bankdaten am Telefon weiter. Codes, Passwörter, Kreditkartennummern oder Bankverbindungen dürfen niemals Fremden mitgeteilt werden.</Aufzählung_Quadrat><BR /><Aufzählung_Quadrat>Legen Sie bei verdächtigen Anrufen auf und kontaktieren Sie direkt die offizielle Telefonnummer der betreffenden Behörde oder des betroffenen Familienangehörigen.</Aufzählung_Quadrat><BR /><Aufzählung_Quadrat>Öffnen Sie Fremden nicht die Tür. Auch wenn sie sich als Sicherheitskräfte ausgeben, können Sie jederzeit durch den Türspion einen Dienstausweis zeigen lassen und zur Überprüfung die Notrufnummer kontaktieren.</Aufzählung_Quadrat><BR /><Aufzählung_Quadrat>Beziehen Sie vor jeder Entscheidung Familienangehörige oder Vertrauenspersonen ein.</Aufzählung_Quadrat><BR /><Aufzählung_Quadrat>Melden Sie jeden Betrugsversuch unverzüglich, auch wenn er nicht erfolgreich war. Eine rechtzeitige Benachrichtigung der Polizei hilft, weitere Vorfälle zu verhindern.<BR /></Aufzählung_Quadrat>Betrüger setzen auf Emotionen wie Angst oder Dringlichkeit. Es ist entscheidend, ruhig zu bleiben und sich die nötige Zeit zu nehmen, um alle erhaltenen Informationen zu überprüfen.