<b>Welche Gefahren gibt es beim Schwimmen?</b><BR />Dr. Elisabeth Gruber: Eine Grundvoraussetzung für sicheres Schwimmen ist eine gewisse körperliche Fitness und ausreichende Schwimmkenntnisse. Das bedeutet: Wenn man sich krank fühlt, sollte man nicht schwimmen gehen. Auch nach einem üppigen Essen aber auch hungrig sollte man nicht baden. Es empfiehlt sich vorher etwas Leichtes zu essen, denn man benötigt Energie.<BR /><BR /><embed id="dtext86-65647548_quote" /><BR /><BR /><b><BR />Was sollten Badende noch wissen? </b><BR />Dr. Gruber: Die Gruppendynamik spielt oft eine Rolle. Wenn man gemeinsam einen Badeausflug macht, alle schwimmen, und man traut sich nicht, das Ufer zu verlassen oder ins tiefe Becken, dann kann das auch zur Gefahr werden. Bevor man einen Kopfsprung macht, sollte man prüfen, ob das Gewässer nicht seicht ist.<BR /><BR /><b>Worauf sollte man auch achten?</b><BR />Dr. Gruber: Man sollte unter keinen Umständen unter Alkoholeinfluss ins Freiwasser oder ins Schwimmbad gehen. In diesem Zustand hat man sich nicht mehr unter Kontrolle, es kann sein, dass man seine eigenen Fähigkeiten überschätzt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65651102_quote" /><BR /><BR /><b><BR />Welchen Einfluss kann Hitze haben?</b><BR />Dr. Gruber: Wenn es heiß ist, kann der Sprung ins kalte Wasser und die zu schnelle Abkühlung zu einer Kreislaufüberlastung und zu einem Kollaps führen. Das kann eine Ursache für Ertrinken sein. Deshalb ist es wichtig sich langsam ins Wasser zu begeben. So kann sich der Körper an die kühle Umgebung anpassen. <BR /><BR /><b>Wo ist das Risiko zu Ertrinken am größten?</b><BR />Dr. Gruber: Beim Freiwasserschwimmen. Im offenen Gewässer ist das Risiko größer sich an seine körperlichen Grenzen zu bringen und es besteht die Gefahr, dass man es nicht mehr zurück bis ans Ufer schafft. Das Schwimmbad hingegen ist diesbezüglich ein relativ sicherer Ort. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65651106_quote" /><BR /><BR /><b>Wie sollte man im Notfall reagieren?</b><BR />Dr. Gruber: Die Notrufnummer 112 wählen und den Patienten ohne sich selbst in Gefahr zu bringen aus dem Wasser holen. Dann legt man den Patienten flach auf den Boden und kontrolliert, ob Lebenszeichen vorhanden sind. Sollte das der Fall sein, wird der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht, sodass die Atemwege frei bleiben. Ansonsten beginnt man mit den Wiederbelebungsmaßnahmen, von der Beatmung bis hin zur Herzdruckmassage und – gegebenenfalls der Nutzung eines Defibrillators (AED). <BR /><BR /><b>Wie sollten sich Nichtschwimmer verhalten?</b><BR />Dr. Gruber: Sie sollten nicht allein ins Wasser gehen und Schwimmhilfen benutzen. Wichtig wäre es auch, sich im seichten Wasser aufzuhalten. <BR /><BR /><b>Werden Sie oft zu Badeunfällen gerufen?</b><BR />Dr. Gruber: Zum Glück ist es eher selten. Dabei handelt es sich aber nicht immer um Ertrinkungsunfälle, sondern z. B. auch um einen Schwächeanfall in der Sauna oder einen Herzinfarkt im Schwimmbad.