Eine Handysucht ist hierzulande noch keine offiziell anerkannte medizinische Diagnose. „Man spricht von einer problematischen Smartphone- oder Internetnutzung“, erklärt der Psychologe Martin Fronthaler. Diese tritt auch hierzulande häufig auf und betrifft keineswegs nur die Jugend: „Junge Menschen sind aufgeschlossener gegenüber den Gefahren“, beobachtet Fronthaler. Sie hätten oft einen sorgsameren Umgang als Erwachsene. Einige Menschen in Südtirol leiden sogar unter „Nomophobie“, d. h., sie geraten in Panik, wenn sie ohne Handy unterwegs sind und nicht online. <h3> Doch wie viel „Handyzeit“ ist eigentlich gesund?</h3>„Grundsätzlich gilt vor allem bei Kindern: Je weniger, desto besser“, informiert der Psychologe. Die reine Zeit spielt gar keine so große Rolle, denn es geht auch darum, was jemand konsumiert. Verbringt man die Zeit am Smartphone aus beruflichen Gründen? Oder surft man stundenlang in den sozialen Netzwerken? Letzteres ist deutlich problematischer. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73850922_quote" /><BR /><BR />„Offline ist der neue Luxus“ lautet das Motto der Aktion Verzicht (siehe eigenen Bericht). „Wenn ich in der Fastenzeit mehr offline gehe, verzichte ich nicht auf etwas, sondern gewinne Wertvolles“, ist Fronthaler überzeugt. Denn die ständige Erreichbarkeit führt zu psychischem, emotionalem und körperlichem Stress – und in der Folge möglicherweise zu körperlichen und psychischen Erkrankungen.<h3> Was Symptome einer Smartphone-Abhängigkeit sind</h3>Eine Smartphone-Abhängigkeit wird seltener diagnostiziert. Dabei sind Betroffene nicht mehr in der Lage, ihre Nutzungsdauer zu beschränken. „Das Smartphone bzw. dessen Nutzung wird wichtiger als alltägliche soziale Kontakte oder Hobbys“, weiß Fronthaler. Sozialer Rückzug, Beziehungsprobleme und eine Verschiebung des Tag-Nacht-Rhythmus sind mögliche Folgen. Auch Entzugserscheinungen können auftreten: Nervosität, Gereiztheit, Aggressivität, Ängste und Konzentrationsschwäche.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1285899_image" /></div> <h3> Tipps:</h3><b>Für eine bessere „Handy-Life-Balance“</b><BR /><BR />Weniger Zeit am Handy verbringen? Mit diesen Tipps und Tricks kann es gelingen, weiß der Psychologe Martin Fronthaler. <BR /><BR /><Aufzählung_Quadrat>Bildschirmzeit überwachen: Mittels eigener Anwendungen (Apps) kann die Bildschirmzeit besser kontrolliert werden. <BR /></Aufzählung_Quadrat> <Aufzählung_Quadrat>Push-Benachrichtigungen abschalten: Eine neue WhatsApp-Nachricht, die neueste Eilmeldung oder der aktuelle Wetterbericht halten zwar auf dem Laufenden, aber sorgen auch dafür, dass man immer wieder auf das Smartphone schaut. Diese Benachrichtigungen kann man ausschalten.<BR /><BR /><Aufzählung_Quadrat>Bewusste „Check“-Zeiten festlegen: Nachrichten oder E-Mails nur zu bestimmten Zeiten prüfen. </Aufzählung_Quadrat> </Aufzählung_Quadrat> <Aufzählung_Quadrat>Grau- oder Orange-Modus aktivieren: Wenn das Smartphone-Display nicht mehr in bunten Farben leuchtet, sondern nur noch Grau- oder Orangetöne anzeigt, wird es unattraktiver.<BR /></Aufzählung_Quadrat> <Aufzählung_Quadrat>Gemeinsam mit Mitmenschen im sozialen Umfeld fixe handyfreie Zeiten festlegen, z. B. beim Essen oder im Gespräch.</Aufzählung_Quadrat><BR /><Aufzählung_Quadrat>Auf analoge Alternativen setzen, z.B. Wecker, Uhr, Papierkalender, Stadtplan.</Aufzählung_Quadrat><h3> Hintergrund:</h3><b>Aktion zeigt auf, was es abseits der „Online“-Welt Tolles zu erleben gibt</b><BR /><BR />Offline ist der neue Luxus“ lautet das heurige Motto der Aktion Verzicht. Von Aschermittwoch bis Karsamstag wird die Bevölkerung dazu eingeladen, bewusst Abstand vom Digitalen zu nehmen. Im Mittelpunkt steht das achtsame Innehalten – mit dem Ziel, die Balance zwischen Online- und Offline-Welt neu zu entdecken. Während der siebenwöchigen Fastenzeit regen analoge Aktionen, kreative Mitmachangebote und humorvolle Impulse dazu an, das Smartphone öfter beiseitezulegen und echte Begegnungen zu erleben. Wie wäre es beispielsweise mit einem Handyparkplatz? Eine kleine Box, in der Smartphones während Besprechungen, gemeinsamen Aktivitäten oder einfach beim Betreten des Büros, des Klassenzimmers etc. abgelegt werden können. Durch das bewusste Weglegen des Handys verschwindet es aus dem Blickfeld und ermöglicht mehr Fokus und ungestörte Gespräche. Gleichzeitig lädt der Handyparkplatz dazu ein, das eigene Nutzungsverhalten zu reflektieren: Wo unterstützt mich das Handy wirklich und wo lenkt es mich eher ab? Um die Botschaft der Aktion zu verbreiten, werden Lesezeichen, die auch als Türhänger funktionieren, verteilt. Auch Beiträge in den sozialen Netzwerken erinnern daran, wie wertvoll bildschirmfreie Zeit für Wohlbefinden, Kreativität und Beziehungen ist.<BR /><Buchtipps>https://www.aktion-verzicht.it/.</Buchtipps>