Donnerstag, 06. Oktober 2016

Wenn der Berg ruft

Ob Sommer oder Winter: Ist Not am Mann, sind sie zur Stelle und ist es noch so gefährlich: Die Männer und Frauen der Bergrettung. Hin und wieder gibt es aber auch einen Grund zum Feiern. So wie heuer: Der Bergrettung Ridnaun/Ratschings begeht nämlich ihr 40-jähriges Jubiläum.

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Es war im September des Jahres 1976, als sich ein paar Männer aus Ridnaun im Hotel Sonklarhof trafen. Der Grund: Man wollte einen eigenen Bergrettungsdienst (BRD) gründen. Der maßgebliche Initiator war Rudolf Strickner, der Lehrer im Tal und ein passionierter Bergsteiger. Gesagt getan, trafen sich ein paar Ridnauner und gründeten den BRD Ridnaun, der 2 Jahre später – durch den Zusammenschluss mit Ratschings – in BRD Ridnaun/Ratschings umbenannt wurde. 

 Hermann Vantsch wurde zum ersten Leiter gewählt und sollte es die folgenden 19 Jahre bleiben. Vantsch, damals noch BRD-Chef von Rabenstein in Passeier, spricht von einem „wunderschönen Lebensabschnitt“: „Die Zeit mit der Bergrettung hat mir alles gegeben“, sagt er, auch wenn die Anfangszeit keine leichte war. So habe man kaum finanzielle Unterstützung vom Land erfahren, auch sei die Ausrüstung damals noch dürftig gewesen. Nichtsdestotrotz konnte der BRD Ridnaun/Ratschings Ende der 1970er Jahre rund 15 aktive Mitglieder zählen.

„Heute“, erzählt der aktuelle BRD-Chef Philipp Braunhofer, sind es 37 aktive Mitglieder. „Nachwuchsprobleme kennen wir nicht“, ist er erfreut. Gestiegen ist aber nicht nur die Zahl der Bergrettungs-Mitglieder, sondern auch die Zahl der Einsätze. Waren es in den 1970er-Jahen noch durchschnittlich 15 Einsätze, sind es heutzutage bis zu 50, wie Braunhofer betont. „Das Bergsteigen im Sommer und das Skitourengehen im Winter hat in den vergangenen Jahren einen enormen Boom erlebt.“

Dies bringe unweigerlich auch die ein oder andere Fahrlässigkeit mit sich. Viele Wanderer würden einerseits sich selbst überschätzen und andererseits die gewählte Route unterschätzen.

Nicht verändert hat sich in diesen 40 Jahren hingegen die Kameradschaft innerhalb der Bergrettungsmannschaft. „Man muss sich bei jedem Einsatz zu hundert Prozent aufeinander verlassen können“, so Braunhofer. Das funktioniere nur, wenn man sich auch privat gut verstehe. Dies bestätigt auch Vantsch: „Die Kameradschaft ist das Um und Auf bei der Bergrettung und vielleicht wichtiger, als bei vielen anderen Vereinen.“

Ungefährlich ist die Arbeit eines Bergretters nie, wie beide betonen. Oft riskiere man viel zu viel, so Braunhofer. Trotzdem sei bei den Einsätzen bislang noch nie etwas Gröberes passiert, bis auf die ein oder andere kleinere Verletzung. „Aber was soll's, wir müssen schauen, unseren Job zu machen.“ Und der bereitet Freude, sagen sowohl Braunhofer als auch Vantsch.

sor

stol