Mittlerweile gibt es im ganzen Land Wolfsichtungen und die Fälle häufen sich weiter. Auch in Siedlungsgebieten werden von der Bevölkerung immer wieder Wölfe gefilmt oder fotografiert. „Das liegt unter anderem auch daran, dass zu dieser Jahreszeit viele Wölfe unterwegs sind, die sich neue Gebiete suchen“, erklärt Günther Unterthiner, Direktor der Abteilung Forstdienst.<BR /><BR />Laut den offiziellen Zahlen, an denen sich die römische Umweltbehörde ISPRA bei der Festlegung der Entnahmen orientiert hat, soll es in Südtirol bloß etwa 50 Wölfe geben. „Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Es sind mit Sicherheit doppelt so viele“, weiß Landesrat Walcher.<BR /><BR />Landesweit wurden Hunderte Fotofallen aufgestellt und diese bestätigen laut Unterthiner, dass wesentlich mehr Wölfe in Südtirol ihr Unwesen treiben. Doch Achtung: „Nicht jeder Wolf ist auffällig. Es gibt sogenannte Schadwölfe und jene, die unnatürliches Verhalten zeigen, weil sie keine Scheu vor dem Menschen haben“, weiß er.<h3> Ursprünglich zwei Wolfsabschüsse vorgesehen</h3>Die Schadwölfe sind jene, die Probleme verursachen und entnommen werden. Für das Jahr 2026 hat die ISPRA ursprünglich festgelegt, dass in Südtirol zwei Wölfe entnommen werden dürfen. Bei einer Abstimmung der Regionalassessoren in Rom hat sich Walcher dafür eingesetzt, dass ein weiterer dazukommt. Somit dürfen in diesem Jahr drei entnommen werden. <BR /><BR />„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht genug“, betont der Landesrat. Die Situation könnte sich aber im Spätsommer bereits ändern. In der neuen Autonomiereform erhält Südtirol verlorene Kompetenzen zurück. Darunter auch das Wildtiermanagement. „Das bedeutet, dass Wolfsentnahmen nach Inkrafttreten der Autonomiereform mit einem Landesgesetz geregelt werden können“, erklärt er. Das würde den Prozess wesentlich erleichtern, denn die Vorgabe der ISPRA wäre in diesem Fall nicht mehr bindend.<BR /><BR />Doch Abschüsse sind nicht die einzige Lösung, um das Problem in den Griff zu bekommen. „Wir setzen auch auf Vergrämungsaktionen, das schreckt viele Tiere bereits ab“, weiß Unterthiner.