Der Vinschgau muss und soll weiterhin medizinisch versorgt werden. Das gilt für die Flugrettung, aber auch das Krankenhaus, die Hausärzte oder das neue Gemeinschaftshaus in Mals. Über diese Themen sprach Landesrat Hubert Messner – und kam auch auf Treffpunkte in Dörfern zu sprechen wie Bars.<BR /><BR />Die Vinschger SVP unter Bezirksobmann Albrecht Plangger und seiner Stellvertreterin Irmgard Gamper hatte in den vergangenen Monaten der Reihe nach Landesräte eingeladen, damit diese über allgemeine Themen berichten, aber auch über konkrete Vinschger Angelegenheiten.<BR /><BR />Nun war es Gesundheitslandesrat Hubert Messner, der sich den Mitgliedern des erweiterten SVP-Bezirksausschusses im Gamperheim vorstellte. Und es ging – wie könnte es anders sein – natürlich um das Krankenhaus von Schlanders bzw. die medizinische Lage allgemein.<h3> Für und Wider Gemeinschaftshaus-Konzept</h3>Messner bemühte sich, die Vorteile der geplanten Gemeinschaftshäuser hervorzuheben. Ein solches soll in Mals in wenigen Monaten in Betrieb gehen, darin sollten laut Plan des Sanitätsbetriebes Haus- und Fachärzte z. B. bei chronischen Leiden wie Diabetes Hand in Hand arbeiten plus weitere Dienste angeboten werden. Die Hausärzte wollen das Konzept nicht unbedingt einsehen, was Messner nicht nachvollziehen konnte. Das Konzept habe Vorteile auch für sie, sagte er und betonte mehrfach, dass man den Hausärzten und -ärztinnen sicher nichts wegnehme. Im Vinschgau gebe es aktuell 27 Hausärzte und -innen, davon seien acht provisorisch beschäftigt. Messner unterstrich die Bedeutung der Allgemeinmedizin und hoffte, dass man in Sachen Gemeinschaftshäuser weiterkomme. <BR /><BR />Er stellte die künftige Gesundheits-Servicenummer 116117 vor und erklärte die Präventionsstrategie des Landes. Man setze auf richtige Ernährung oder z. B. Bewegung, aber auch soziale Kontakte seien wichtig, um gesund alt zu werden. In diesem Sinne seien z. B. die Bars in Dörfern sehr wichtig und müssten unbedingt erhalten werden.<h3>Spitalsstandort Schlanders? Daran wird nicht gerüttelt!</h3>Man stehe nach wie vor zum Krankenhaus Schlanders, unterstrich Hubert Messner außerdem. Es sei Teil des Spitalssystems im Land, es gelte aber, unter den Krankenhäusern verstärkt zusammenzuarbeiten. „Das Kirchturmdenken ist vorbei“, sagte Messner und ergänzte, dass ohne flexible Kooperationen zwischen den Spitälern die medizinische Versorgung nicht möglich sei. <BR /><BR />Man benötige aktuell vor allem Pflegekräfte, aber auch junge Ärzte, dann werde die Öffnung des dritten Stockes bzw. die Aufrechterhaltung von Diensten darüber hinaus gesichert sein. Die nahe Schweiz sei hier leider nicht hilfreich, aber mit deren Gehältern könne man nicht mithalten. Ein Spital wie Schlanders habe aber Vorteile und diese sollten die Vinschger und Vinschgerinnen aufzeigen – alles schlechtzureden helfe in diesem Fall sicher nicht.<BR /><BR />Aufrecht bleibe auch auf jeden Fall die Vinschger Notarzthubschrauberbasis des Pelikan 3. Der Dienst habe sich zigfach bewährt, ob der Standort Laas bleibe, sei jedoch noch nicht sicher.<h3>Ein MRT muss her und auch die Tiroler sind attraktiv</h3>Die anwesenden SVP-ler nutzten die Gelegenheit, um ihre Sicht der Dinge anzubringen. Landtagsmandatar Sepp Noggler wünschte sich ein MRT-Gerät für Schlanders, wobei Landesrat Messner weniger auf die Kosten dafür als vielmehr auf die Auslastung hinwies. Ob diese gegeben sei, müsse geklärt werden, die Kosten an sich sprächen nicht gegen die Anschaffung. Noggler wünschte sich auch eine eigenständige ärztliche Leitung für das Krankenhaus. <BR /><BR />Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch bemerkte, dass es gar einige Beispiele von jungen Menschen gebe, die eine Pflegeausbildung in Tirol besuchten, z. B. in Zams. Sie führte dies unter anderem auf die flexiblere und einfachere Handhabung der Ausbildung dort zurück. Angesprochen wurde auch die Lage des Spitals Samedan und die dortigen Änderungen. Pflegekräfte von dort seien willkommen, ließ Messner erkennen.<BR /><BR />Alles in allem sei die medizinische Versorgung gerade am Land mit seinen weiten Wegen sehr wichtig, fasste SVP-Vizebezrirkschefin Gamper zusammen – und auch Bezirksobmann Plangger hatte den Landesrat zu Beginn der Sitzung aufgefordert, nur positive Nachrichten zu überbringen. „Schlechtes vom Spital hören wir im Vinschgau nicht gern.“