Um sich abzukühlen, hat der Körper zwei Strategien: „Zum einen versucht er, möglichst viel warmes Blut in die Haut zu lassen und erweitert dafür die Blutgefäße. Für das Herz bedeutet das: Es muss mehr pumpen. Zum anderen reagiert der Körper mit Schweißproduktion, denn dadurch entsteht Kühle.“ <BR /><BR />Führt man nun jedoch nicht genug Flüssigkeit nach, dehydriert der Körper. „In der Kombination macht das die Situation für den Kreislauf noch schwieriger“, so Dr. Wiedermann. <BR /><BR />Dauert die Hitze lange an und/oder kommt Anstrengung dazu, kann das zu ernsten Problemen wie Hitze-Schock, Kollaps-Zuständen bis hin zum Multi-Organ-Versagen führen. <BR /><BR />Wer besondere Vorerkrankungen hat, ist dabei gleich doppelt gefährdet. Einleuchtend dabei: Personen mit Herzerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, denn das Herz muss jetzt noch mehr pumpen und schneller schlagen. Kommen verkalkte Blutgefäße hinzu, droht der Herzinfarkt. Neben diesem plötzlichen Ereignis, gibt es auch Probleme, die schleichend auftreten, sich etwa durch Verwirrung, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit ankündigen.<BR /><BR />Aufzupassen sei in diesem Zusammenhang auch bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten wie zum Beispiel Entwässerungsmittel oder Blutdrucksenker. „Es empfiehlt sich unbedingt, Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten. Eventuell muss bei einer Hitzewelle die Dosierung angepasst werden, das geht aber nur individuell“, mahnt Dr. Wiedermann. Das gelte übrigens auch für die Flüssigkeitszufuhr: „Nicht in jedem Fall ist die Empfehlung, zwei bis drei Liter täglich zu trinken, angebracht.“ Auch hier gilt: Hausarzt fragen!<BR /><BR />Gefährdet sind laut Dr. Wiedermann auch Personen, die kein normales Durstgefühl haben. „Das verliert man gerne im Alter“, sagt der Arzt. Aber auch auf kleine Kinder, die nicht selber trinken können, sei derzeit besonders aufzupassen und für ausreichend Flüssigkeitszufuhr Sorge zu tragen. <BR />Riskant wird die Hitze laut Dr. Wiedermann zudem für Personen, deren Temperaturregulation beeinträchtigt ist. Das könne zum Beispiel auch durch die Einnahme bestimmter Psychopharmaka ausgelöst werden. „Und bei dieser Hitze wird das zum Problem“, warnt er. <BR /><BR />Alkoholkonsum ist bei Temperaturen, wie sie derzeit herrschen, ebenfalls problematisch. „Denn Alkohol erweitert die Blutgefäße und schwemmt aus, wirkt also wassertreibend, er aktiviert also genau jene Mechanismen, die den Kreislauf zusätzlich zu dessen eigener Hitzereaktion belasten. Und unter Alkoholeinfluss erkennt man auch die Warnsignale des Körpers nicht mehr“, erklärt der Mediziner. <BR /><BR />Risiken entstehen aber auch für gesunde Menschen, nämlich dann wenn sie sich in der Hitze körperlich betätigen oder betätigen müssen. „Sport in der Mittagshitze oder Bauarbeiten in der prallen Sonne, das sind typische Situationen, in denen auch der Kreislauf von jungen und fitten Menschen schlapp machen kann. Kopfschmerzen und Schwindelgefühle können erste Warnsignale sein. Die sollte man ernst nehmen“, sagt Dr. Wiedermann. <BR /><BR />Neben diesen direkten Auswirkungen und Risiken durch die Hitze, gibt es laut Dr. Wiedermann auch indirekte. „Um sich abzukühlen, gehen viele Südtiroler gerne ins Wasser. Doch der Temperaturunterschied kann fatal sein. Und so steht – gerade bei im Sommer ertrunkenen Jugendlichen – immer der Verdacht im Raum, die rasche Abkühlung könnte den Kreislauf überfordert haben.“ Zu beachten sei auch, dass derzeit sogar auf den Bergen hohe Temperaturen herrschen, „in der Hitze können ansonsten normale körperliche Belastungen zu viel werden – mit entsprechenden Folgen“. <BR /><BR />Und noch einen letzten Aspekt spricht der Arzt an: Mehrere Tropennächte hintereinander beeinträchtigen den Schlaf und die Regeneration des Körpers. Das ist schlecht für Konzentration und Aufmerksamkeit – und verlangsamt die Reflexe. Arbeits- oder Autounfälle können drohen.