Die im Pfarrleben überaus engagierte Religionslehrerin hat auch eine interessante Vision für die Zukunft der Kirche. <BR /><BR /><b>Haben Ihre Schüler mitbekommen, dass Sie seit Samstag Verdienstkreuz-Trägerin sind?</b><BR />Gudrun Ausserer Berger: Ja, es hat mich wirklich sehr gefreut, als die Viert- und Fünfklässler geklatscht haben, als ich am Montag in St. Gertraud in ihre Klasse gekommen bin. Sie haben mich auch im Fernsehen gesehen. Und sie wollten wissen, was diese Ehrung eigentlich bedeutet. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="943000_image" /></div> <BR /><BR /><b>Sie prägen das pfarrliche Leben in St. Nikolaus in Ulten und darüber hinaus mit. Seit 10 Jahren sind Sie auch Wort-Gottes-Leiterin. Wie kam es im hinteren Ultental an, dass Laien und Frauen Gottesdienste halten?</b><BR />Ausserer Berger: Es kam eigentlich immer sehr gut an, weil die Leute wussten, dass es im Sinne des 2019 gestorbenen Pfarrers Richard Edenhauser war. Ich war vor 10 Jahren auch nicht die einzige Wort-Gottes-Leiterin. Und wir haben Probegottesdienste gehalten, bei denen der Pfarrer dabei war und zugehört hat. Schon seit 2006 gibt es bei uns Krabbelgottesdienste. Auch dafür hatten wir seinen Rückhalt.<BR /><BR /><b>Dann war Pfarrer Edenhauser Laien gegenüber offen...</b><BR /> Ausserer Berger: Ja, sehr sogar. Es war ihm wichtig, Leute miteinzubeziehen, die eine Freude haben, in der Pfarrei etwas zu bewegen. Es gibt viele fähige Leute in den Pfarreien: Wenn diese nicht gehindert werden, bringen sie sich auch ein. Und die Gläubigen, ich kann es nur von den Ultnern sagen, schätzen den Einsatz der Laien. Wir in St. Nikolaus haben auch gute Rahmenbedingungen, denn wenn bei uns eine Wort-Gottes-Feier stattfindet, wird sie nicht irgendwann ergänzend abgehalten, sondern statt der Eucharistiefeier am Sonntag.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="943003_image" /></div> <BR /><BR /><b>Und die Gläubigen kommen in die Kirche, egal ob ein Priester oder ein Laie vorne steht?</b><BR />Ausserer Berger: Jene „Kunden“, die sonntags regelmäßig in die Kirche gehen, kommen immer, egal ob eine Wort-Gottes-Feier oder eine Eucharistiefeier stattfindet. Es ist ihnen egal, ob ein Pfarrer oder ein Laie vorne steht. Bei einer Eucharistiefeier kommen natürlich mehr Gläubige, vor allem von jenen Familien, die eine Messintention bestellt haben. Was mich besonders freut, ist die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarpfarreien im Ultental und am Deutschnonsberg. Es ist wichtig, zusammenzuschauen. Zudem darf ich in der Sakramentenkatechese tätig sein, die die Leute sehr schätzen, und auch auf diözesaner Ebene in Gremien mitarbeiten. Wenn man vor Ort in einer Pfarrei aktiv ist, kann man sich auf diözesaner Ebene auch gezielter zu Wort melden, weil man genau weiß, wo den Leuten der Schuh drückt. <BR /><BR /><b>Und wo drückt den Gläubigen in den Pfarreien der Schuh?</b><BR />Ausserer Berger: Für eine paulinische Kirche wäre es an der Zeit. Der hl. Paulus ging in die Dörfer hinaus und schaute, welche Leute bereit sind, etwas zu tun. Sie übernahmen dann Aufgaben. In unserer Kirche dürfen nur Menschen mit einer Weihe wichtige Aufgaben übernehmen. Aber leider werden diese Menschen immer weniger. Viele Gläubige brauchen ein gutes Wort, das wir Laien ihnen geben können, ihre Sehnsucht nach der Eucharistie können wir beispielsweise aber nicht stillen. Wenn die katholische Kirche die Bedingungen ändern würde, ginge vieles leichter.<BR /><BR /><b>Sie sind viel unterwegs: Was sagt Ihr Mann Peter dazu?</b><BR />Ausserer Berger: Er steht wirklich voll hinter mir, ansonsten hätte ich auch nicht all das tun können, was ich bis jetzt getan habe. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />