Die Verwesung dauert dort viel zu lange. In einer Bürgerversammlung wurden die Kuenser informiert, dass ihre Verstorbenen exhumiert werden müssen, weil der Friedhof saniert wird. Das beinhaltet schwierige Entscheidungen für die Angehörigen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1012242_image" /></div> <BR />Die Pohl+Partner GmbH wurde von der Gemeinde Kuens mit Planungsvorschlägen für die Sanierung und Erweiterung des alten Friedhofs beauftragt. Denn es ist nicht nur das falsche Erdmaterial, das den Verwesungsprozess, der nach 10 Jahren abgeschlossen sein sollte, um Jahrzehnte verzögert, die Gräber liegen auch zu eng beisammen.<BR /><BR />Siegfried Pohl versicherte den zahlreichen Kuenserinnen und Kuensern, die zur Bürgerversammlung gekommen waren, dass er wisse, wie delikat das Thema sei. Grab für Grab müssten mit einem Minibagger und von Hand freigelegt werden. Dies geschehe natürlich unter der völligen Abschirmung des Friedhofs.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1012245_image" /></div> Pohl schilderte, dass noch nicht verweste Verstorbene exhumiert werden müssten. Sie würden in einen provisorischen Sarg umgebettet und, wie Bürgermeister Manfred Raffl ergänzte, in einem Container am neuen Friedhof zwischengelagert. Wo die Verwesung schon abgeschlossen ist, werden die Knochen in Beinkisten gelagert. Laut Pohl gibt es nur in Salurn und Mezzocorona auf Exhumierungen spezialisierte Firmen.<BR /><BR />Eine schwierige Entscheidung, die die Angehörigen treffen müssen, ist, was mit den nicht verwesten sterblichen Überresten geschieht. Werden sie eingeäschert und im Grab beigesetzt, kann das Grab sofort wieder belegt werden. Entscheiden sich die Angehörigen weiterhin für die Erdbestattung, ist das Grab für die kommenden 5 Jahre belegt. <BR /><BR />Sollten sich alle wieder für die Erdbestattung entscheiden, sei der Friedhof für die nächsten 5 Jahre voll, betonte Pohl. Die Beinkisten werden im neuen Grab entleert und lassen, wie bei Urnen, sofort eine neue Bestattung zu.<BR /><BR />Pohl erklärte, wie das geeignete Erdmaterial in den Friedhof eingebracht wird und dass die 49 Gräber aufgrund der größeren Abstände zueinander nicht mehr an derselben Stelle wie bisher liegen werden. Außerdem muss der Friedhof vergrößert werden, was mit der Verlegung der Friedhofsmauer gelingt. Dankenswerterweise habe der Grundbesitzer sein Einverständnis gegeben, sagte Manfred Raffl.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1012248_image" /></div> Totengräber Konrad Wieser meldete sich zu Wort und erklärte, dass noch nach 30 Jahren nicht verweste Verstorbene in den Gräbern gefunden worden seien.<BR /><BR />Eine besorgte Frage aus dem Publikum war, was geschehe, wenn ein Verwandter vor der Sanierung des Friedhofs sterbe und eine Einäscherung nicht in Frage komme. Bürgermeister Raffl erklärte, dass der Verstorbene dann noch am alten Friedhof beerdigt und bei der Sanierung exhumiert werde, falls noch Platz sei, sonst werde er am neuen, im Vorjahr fertiggestellten Friedhofsteil bestattet. Wer während der Bauphase stirbt, wird am neuen Friedhof beerdigt. Die Sanierung und Erweiterung des alten Friedhofs ist über den Winter 2025 geplant. Laut Ingenieur Pohl beträgt die Bauzeit 3 bis 4 Monate.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64078192_quote" /><BR /><BR />Den Grabbesitzern entstehen keine Kosten, auch eine mögliche Einäscherung der exhumierten sterblichen Überreste wird von der Gemeinde bezahlt. Auf jeden Fall müssen die Angehörigen vor Baubeginn die Entscheidung treffen, ob weiterhin Erdbestattung oder Urne. Dabei ist gesetzlich klar geregelt, wer die endgültige Entscheidung treffen muss.<BR />