„Brandschutz kann mit wenig Aufwand Leben retten und Schäden verhindern“, sagt Anton Gögele. Der Meraner ist Experte in diesem Bereich und auch zugelassener Brandschutzplaner in der Schweiz. „In der Schweiz ist das Bewusstsein für den Brandschutz sehr hoch“, berichtet er. Die Sicherheit gehe vor Luxus. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72899612_quote" /><BR /><BR />Zu möglichen Ursachen des Brandes äußert sich der Fachmann vorsichtig. „Aus der Ferne ist es schwierig, den Brand zu analysieren.“ Er betrachtet die Deckenverkleidung der Bar, die aus leicht entzündlichem Material bestanden habe, sowie die eingesetzte Pyrotechnik kritisch. „Laut schweizerischen Bestimmungen ist offenes Feuer nur auf der Bühne zulässig. Einzige Ausnahme sind zur Dekoration aufgestellte Kerzen“, so Gögele. Zudem benötigen Lokale, in denen sich viele Menschen aufhalten, mehrere Ausgänge, die mindestens 1,2 Metern breit sein müssen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72899616_quote" /><BR /><BR />Das gilt auch für Lokale in Südtirol, in denen öffentliche Veranstaltungen stattfinden. Neben mehreren Ausgängen müssen eine Brandmeldeanlage mit Alarm, genügend Notausgänge, schwer entflammbare Materialien und Fluchtwege sowie Löscheinrichtungen vorhanden sein. Auch ein Brandschutzbeauftragter ist Pflicht. Den Brandschutz müsse man stets im Blick behalten. <BR /><BR />„Die neuen Brandschutzbestimmungen weisen den Betreibern eine deutliche und klare Verantwortung zu“, sagt er. Das kann auch strafrechtliche Folgen haben. Bei einem Brand in einem Stahlwerk in Turin kamen 2007 sieben Arbeiter ums Leben. Mehrere Personen wurden wegen fahrlässiger Tötung zu Haftstrafen bis zu acht Jahren verurteilt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72899620_quote" /><BR /><BR />Auch bei der Tragödie von Crans-Montana wird die Lösung der Schuldfrage eine komplexe Angelegenheit werden. Mindestens 40 Menschen kamen ums Leben. „Viele sterben nicht an den Verbrennungen, sondern an einer Rauchgasvergiftung“, sagt Gögele. Bereits wenige Atemzüge genügen, dann fällt man in die Bewusstlosigkeit. „Es ist daher wichtig, sich die Fluchtwege schon beim Betreten des Lokales einzuprägen, um es im Notfall schnell und sicher verlassen zu können.“ Zudem sollte der Entstehungsbrand rasch bekämpft werden, etwa vom Brandschutzbeauftragten mit dem Feuerlöscher. <BR /><BR />„Hierzulande werden die Brandschutzbestimmungen in der Regel eingehalten. Darüber hinaus braucht es aber auch das Bewusstsein und die Sensibilität der Betreiber, dass sie aufpassen müssen“, schließt Experte Gögele.