Indes hat Foppa infolge wüster Reaktionen auf ihr Siegesdenkmal-Video fünf Anzeigen erstattet – wegen Beleidigung, Bedrohung und Verherrlichung des Faschismus.<BR /><BR />Anfang 2021 hatte ein Facebook-User eine Attacke weit unter der Gürtellinie gegen Foppa gepostet. Diese erstattete Anzeige gegen den Unbekannten, der sich hinter einem Nickname verbarg. Die Ermittlung drohte schon eingestellt zu werden, da die Person unauffindbar schien: Facebook hatte nämlich die Preisgabe der IP-Adresse des Computers, von dem das Posting ausgegangen war, verweigert, da üble Nachrede nach US-Recht kein Straftatbestand ist. <BR /><BR />Foppas Widerspruch gegen die Archivierung und dem Einsatz des Leitenden Staatsanwaltes Axel Bisignano gemeinsam mit der Postpolizei war es zu verdanken, dass doch ein Weg gefunden wurde, dem Verdächtigen auf die Spur zu kommen. Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass nicht nur wegen übler Nachrede, sondern auch wegen Bedrohung ermittelt werde. Daraufhin legte Facebook die IP-Adresse des Computers offen. Von dem Moment an dauerte es nicht mehr lange, den Verdächtigen auszuforschen. <BR /><BR />In der Erstverhandlung zum Hauptverfahren wählte der 40-Jährige den Weg der Wiedergutmachung, er spendete zugunsten einer gemeinnützigen Organisation. Auch musste er seine Anwaltskosten stemmen – billig war das Posting letztendlich also nicht. Schließlich wurde die Straftat für erloschen erklärt. Foppa ist zufrieden. „Es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, Anzeige zu erstatten“ sagt sie.<BR /><BR /> In diesen Tagen musste sie es erneut tun. In einem kürzlich veröffentlichten Video zum Thema Faschismus hatte sie – vor dem Siegesdenkmal stehend – neutral seine Rolle in der Geschichte erläutert. Sie erhielt viele Likes, doch auch etliche Reaktionen, die vor gewalttätigen Drohungen, Hass, Sexismus und Verherrlichung des Faschismus nur so trieften. „Ich lasse mich nicht einschüchtern,“ betont Foppa, und sie tut gut daran. Zwar kann es oftmals komplex sein, die Täter auszuforschen. „Früher oder später gelingt es, und dann müssen sie sich für ihre Tat verantworten.“