Was tun bei Krisen in der Schule oder im Kindergarten? Nicht nur Profis können dabei helfen, sondern auch sogenannte Careteams. Sie leisten Erste Hilfe in psychologischer und organisatorischer Hinsicht.<BR /><BR />Was sind Careteams? Sie kommen in Kindergärten und Schulen zum Einsatz, wenn sich etwas Schlimmes ereignet hat. Der Suizid eines Schülers oder die Krebserkrankung einer Schülerin kann ein solcher Fall sein oder der Tod eines Elternteils. Immer dann gilt es, den betroffenen Kindern und Jugendlichen beizustehen – sie können von solchen Krisensituationen selbst betroffen oder Mitschüler eines Betroffenen sein.<h3> Nicht unbedingt Profis, aber engagiert und wichtig</h3>Careteams sind nicht unbedingt ausgebildete Psychologen, sondern bilden sich im wesentlichen aus Lehrkräften bzw. Mitarbeitern der Bildungseinrichtungen. Ihre Aufgabe besteht darin, erste Hilfestellungen zu bieten, erste Informationen einzuholen oder den Betroffenen beizustehen, indem z. B. bestimmte stabilisierende Rahmenbedingungen in der Klasse für sie geschaffen werden. <BR /><BR />Sie sind dabei natürlich nicht allein, sondern Teil eines Netzwerkes, welches im besten Fall Experten und Expertinnen der Notfallseelsorge, der Notfallpsychologie, Familienberatung oder z. B. auch der Caritas-Hospizbewegung umfassen kann. Zusätzlich arbeitet ein Careteam auch in der Einrichtung selbst nie alleine, sondern immer im Team mit Führungskräften, anderen Lehrkräften, Sekretariat ect. <h3> Krisenkommunikation, Gerüchte, gezieltes Auffangen</h3>Worum geht es im Einzelnen konkret? Nach dem tödlichen Unfall eines Schülers am Sonntag werden vom Careteam z. B. Vorbereitungen getroffen, um seine Mitschüler am Montagmorgen gezielt auffangen zu können. Ein weiteres Beispiel: Man versucht, aufkommende Gerüchte über einen Todesfall aufzugreifen und bestimmte Informationen gezielt weiterzugeben. <BR /><BR />Oder das Careteam versucht, mit den Familien über Vorfälle wie schwere Erkrankungen zu sprechen und deren Wünsche in all diese Überlegungen einzubauen. Oder wer redet mit der Presse, wenn es an der Schule z. B. zu einem tödlichen Unfall gekommen ist? Über solche Fragen wurde gesprochen, es wurden Arbeitsgruppen gebildet, z. B. zum Thema Suizid. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1009820_image" /></div> <BR /><BR />Es gebe an Schulen und Kindergärten Beauftragte für Erste Hilfe oder Brandschutz, Careteams könnten als eine Art psychologische Erste Hilfe aktiv sein, sagte Verena Rinner, Direktorin am Oberschulzentrum Schlanders, vor wenigen Tagen in der BASIS in Schlanders. Sie begrüßte die rund 250 gemeldeten Teilnehmer an einer Fortbildungstagung für Careteams. Sie konnte dabei aber vor allem auch die Notfallpsychologin Ruth Warger aus Mals begrüßen.<h3>Fortbildung und Vorbereitung sind wesentlich</h3>Diese arbeitet seit langem in dem Bereich und konnte den Careteam-Mitgliedern wertvolle und vor allem praxisnahe Tipps geben. Ihren Ausführungen war zu entnehmen, dass der Umgang mit solchen Krisen alles andere als einfach ist. Fehler können schnell passieren, daher ist Vorbereitung wichtig. <BR /><BR />Diese Vorbereitung solle einerseits mental erfolgen, andererseits aber auch in Form von Telefonlisten, Handbüchern zum Schritt-für-Schritt-Vorgehen und dergleichen mehr. Warger gab auch Tipps für den Umgang mit der Presse. Stets sei zu bedenken, dass „ein Notfall Chaos“ bedeute – und daher sei Vorbereitung wichtig. Vor allem, da solche Notfälle zum Glück nicht laufend vorkämen – aber sie könnten eben leider Gottes passieren.