Der italienischen Krankenpflegerin Claudia Alivernini, die am Sonntag als erste Italienerin geimpft worden war, wird in den sozialen Netzwerken von Coronaleugnern und Impfgegnern aufs Übelste beschimpft und bedroht. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/morddrohungen-gegen-italiens-erste-geimpfte" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet) </a> Wie sieht es hierzulande mit solchen Hass-Reaktionen aus? Wir haben bei Professor Gänsbacher, der den Impfstoff ebenfalls erhalten hat, nachgefragt. <BR /><BR /><BR />von Verena Stefenelli<BR /><BR /><BR /><b>s+: Herr Professor, die italienische Krankenpflegerin wird in den sozialen Medien derzeit geradezu mit Worten zerfleischt. Einer wartet gar auf ihren Tod. Erleben Sie ähnliches nach Ihrer Impfung?</b><BR /><BR />Bernd Gänsbacher: Ich habe keinerlei negative Reaktion erfahren. Allerdings muss ich sagen, dass ich seit etwa 3 Monaten weder auf Facebook – obwohl ich da 5000 „Freunde“ habe – noch auf anderen sozialen Medien mehr aktiv bin. Ich schau nicht hinein, ich lese keine Kommentare, ich will es nicht lesen und es interessiert mich auch nicht. Wenn mich jemand beleidigen will, tut er es umsonst. Ich tue mir das nicht an, die Meinungen solcher „Bösewichte“, die viel Unsinn produzieren und sich selber in die Tasche lügen, anzusehen. Ich habe das getan, was ich für richtig hielt und zwar mich impfen lassen. Diejenigen, die das nicht wollen, sollen es lassen und Corona bekommen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.<BR /><BR /><b><BR />s+: Und aus Ihrem beruflichen und familiären Umfeld oder aus dem Freundeskreis. Wie waren da die Reaktionen?</b><BR /><BR />Bernd Gänsbacher: Ich muss sagen, ich habe in Südtirol keine Probleme gehabt. Der Großteil der Reaktionen auf meine Impfung ist positiv. Die meisten schreiben „Bravo“ und dass auch sie die Impfung machen würden. Einige sind auch neidisch und wären am liebsten auch schon geimpft. Andere, die mir geschrieben haben, sind weiter skeptisch. Sogar befreundete Ärzte aus der Uniklinik München, die selbst wissenschaftlich tätig sind. Das ist aber ganz natürlich. Der Mensch tendiert dazu, vor Neuem Angst zu haben. Und dieser Impfstoff ist einfach mittels komplett innovativer und neuer Technologie hergestellt und noch nicht lange auf dem Markt. Dennoch: Diejenigen die auf dem Gebiet forschen und diese Sprache sprechen, sind alle dafür.<BR /><BR />Auch die Debatte in Bezug auf genfrei stellt ein Problem dar. Im Endeffekt ist aber auch ein als genfrei deklariertes Fleisch nicht genfrei. Man isst ja mit jeder Muskelfaser Kalb 25.000 Gene mit. Das verstehen die Leute einfach oft nicht.<BR /><BR /><b>s+: Nun sind 3 Tage seit ihrer Impfung vergangen? Sie spürten anfangs kaum Nebenwirkungen. Wie geht es Ihnen heute?</b><BR /><BR />Bernd Gänsbacher: Wie gesagt, ich hatte praktisch keine Nebenwirkungen. Nur minimale Schmerzen im Arm und eine leichte Müdigkeit. Genau so, wie es erwartet und beschrieben worden war.