Ein Gespräch mit Karin Baumgartner aus St. Lorenzen, die an dieser Gruppe teilnimmt.<BR /><BR /><b>Frau Baumgartner, seit wann sind Sie in der begleiteten Gruppe?</b><BR />Karin Baumgartner: Ich bin seit November 2024 dabei.<BR /><BR /><b>Wie bzw. warum sind Sie zur Gruppe gekommen?</b><BR />Baumgartner: Meine Mutter ist an Demenz erkrankt und wir haben beschlossen, sie zu Hause zu pflegen. Am Anfang ging es, aber irgendwann bin ich an einen Punkt gelangt, wo mir klar wurde, dass ich nicht mehr kann und Unterstützung brauche. Ich habe dann von der Selbsthilfegruppe erfahren und bin zum ersten Treffen gegangen.<BR /><b><BR />Wie haben Sie das erste Treffen erlebt?</b><BR />Baumgartner: Sehr positiv. Im Beisein des Psychoonkologen Anton Huber konnte ich erzählen, wie es mir geht. Und ich habe sofort gemerkt: Vielen geht es ähnlich. Hier werde ich verstanden. Ich muss nichts erklären, jeder weiß genau, wovon ich rede. Dieses Gefühl war unglaublich befreiend und entlastend.<BR /><BR /><b>Können Außenstehende nicht verstehen, wie es ist, jemanden zu Hause zu pflegen?</b><BR />Baumgartner: Nicht wirklich. In der Selbsthilfegruppe hingegen werde ich gehört und verstanden. Es geht um mich als Angehörige: Ich werde gefragt, wie es mir geht.<BR /><BR /><b>Was verändert sich mit diesem „gehört werden“?</b><BR />Baumgartner: Oft tut es schon gut, einfach nur darüber reden zu können. Wenn man selbst über die belastenden Situationen zu Hause spricht, die Dinge beim Namen nennt, die Probleme ausspricht, dann ordnet man die Gedanken für sich selbst auch wieder besser ein. Für mich sind die Treffen immer wie „kleine Strohhalme“ an, an denen man sich festhalten kann und die einem weiterhelfen.<BR /><BR /><b>Was sind die Themen bei den Treffen?</b><BR />Baumgartner: Neben dem persönlichen Befinden geht es auch um praktische Hilfen. Die Tipps kommen direkt aus der Gruppe. Wenn man selbst Situationen erlebt hat, lernt man daraus und kann diese Erfahrungen weitergeben. Oft sind es ganz einfache Tipps. Zudem ist bei den Treffen meist auch externes Fachpersonal dabei, das bestimmte Themen behandelt: u. a. Demenzberatung, Selbstfürsorge, Trauerhilfe, Wohn- und Pflegeheim.<BR /><BR /><b>Wie laufen die Treffen in der Gruppe ab?</b><BR />Baumgartner: Sehr unterschiedlich. Meist beginnen sie mit Fragen: Wie geht es? Oder: Was ist gut gelungen? Alles, was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe. Alles wird vertraulich behandelt, und persönliche Geschichten werden nicht nach außen getragen. So entsteht ein geschützter Raum, in dem alle offen und ehrlich über ihre Anliegen sprechen können. Neben den Gruppentreffen werden gemeinschaftsfördernde Aktivitäten organisiert. Einmal im Jahr gibt es ein gemeinsames Pizzaessen und eine kleine Weihnachtsfeier.