Bei etwa 10 Ansuchen pro Jahr ist der Arbeitsaufwand für die Behörden durchaus überschaubar. Warum gibt es trotzdem so lange Wartezeiten? <BR /><BR /> Krebspatienten, deren Kiefer aufgrund eines Tumors nicht mehr hält, warten oft Monate auf eine neue. Die Grünen hakten nach. „Die Antwort des Gesundheitslandesrats, dass man dazu eine Arbeitsgruppe eingesetzt habe, ist aber beschämend“, so Brigitte Foppa. Zumal in den letzten Jahren jeweils nur rund 10 Menschen diese finanzielle Unterstützung beantragt habe, knausere das Land an der falschen Stelle.<BR /><BR />Die Grünen machten mit einer Anfrage im Landtag mobil, nachdem eine Krebspatientin an sie gewandt hatte, der nach einem monatelangen Spießrutenlauf keine Vergütung von Ausgaben für orthodontische und kieferorthopädische Prothesen für Menschen mit Behinderung zugesprochen worden war. <h3> „Eingriffe sind meist akut“</h3>„Abgesehen vom konkreten Fall, erschien uns der Ablauf für einen Beitrag aufgrund einer Krebserkrankung enorm: Eine Anamnese bei einem Spezialisten und 2 Kostenvoranschläge sind schon für gesunde Menschen ein sehr großer Aufwand“, so Brigitte Foppa. Zudem dürfe mit der Behandlung erst begonnen werden, wenn das Gutachten genehmigt wurde. „Rückwirkend wird also kein Beitrag vergeben, dabei sind solche Eingriffe für Tumorpatienten meist akut.“<BR /><BR />In ihrer Anfrage wollten die Grünen von Gesundheitslandesrat Arno Kompatscher wissen, warum das Vorgehen so langwierig ist, ob man nicht daran denke, es für schwer kranke Patienten zu vereinfachen und wie viele Menschen jedes Jahr um eine finanzielle Unterstützung dieser Art ansuchen.<BR /><BR /><BR /><BR />„Die Antwort ist gelinde gesagt ernüchternd“, so Brigitte Foppa. Im Jahr 2021 wurden 11 Anträge zur Vergütung von orthodontische und kieferorthopädische Prothesen für Menschen mit Behinderung genehmigt, im Jahr 2022 waren 13. Trotzdem halte man an 2 Kostenvoranschlägen fest, um eine Vergleichbarkeit zu haben. Was die Vereinfachung für schwer Kranke anlangt, so habe das Gesundheitsressort eine Arbeitsgruppe eingerichtet, welche neue Regeln vorlegen soll.<BR /><BR />„Arbeitsgruppen sind in der Regel keine Garantie für Beschleunigung – im Gegenteil. Dabei ist Zeit gerade für diese Menschen ein entscheidender Faktor“, ärgert sich Foppa. Bei so wenigen Anträgen im Jahr sei diese Überkontrolle nicht nachvollziehbar. „Dies sind keine Situationen, wo jemand mit Beiträgen Schindluder treibt.“<BR />