Dienstag, 23. Juni 2015

Wenn Späne fliegen: Südtiroler bei der Waldarbeiter-EM

30 Meter hohe Fichten Fällen, Bäume entasten, präzise Schneiden und Kette wechseln: Das sind nur einige Herausforderungen, denen sich die Südtiroler Teilnehmer der 14. Europameisterschaften der forstlichen Schulen stellten. Ein Rückblick auf knappe Siege und freudige Ergebnisse bei der EM in Luua (Estland).

Johannes Egger beim Fällen.
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Johannes Egger beim Fällen.

An der Europameisterschaft der Waldarbeit nahmen die jeweils besten forstwirtschaftlichen Schulen aus 17 Ländern Europas mit jeweils vier Wettkämpfern im Alter zwischen 17 und 25 Jahren teil.

Vertreten waren Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Slowenien und Ungarn. Austragende Nation war dieses Jahr Estland.

Südtiroler als "Team Italy" dabei

Auch dieses Jahr stellte die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg das „Team Italy", dem Johannes Egger aus Unsere Liebe Frau im Walde/St. Felix, Florian Weger aus Wangen, Jonas Wunderer aus Sulden und Daniel Zöschg aus Naturns angehörten.

Alexandra Tröger war als Ersatzfrau mit dabei.

 

Jonas Wunderer und Florian Weger vor dem Start.

Die Lehrer Othmar Telfser und Simone Götsch begleiteten die Gruppe als Teamleiter und waren vor Ort Teil des internationalen Schiedsrichterteams.

Fünf Motorsägendisziplinen, Wissen und ein Parkours

Der Wettkampf bestand aus einem technischen (fünf Motorsägendisziplinen) und einem fachpraktischen Teil, dem sogenannten Forstparcours.

Am ersten Tag war der Forstparcours mit 16 Aufgaben zu bewältigen. Dazu gehörten z.B. Alters- und Durchmesserbestimmungen an Bäumen, Volumen-, Vorrats- und Flächenermittlungen, Kenntnisse zu Bäumen, Wildtieren, Holzarten und Schädlingen, aber auch der Umgang mit Erste-Hilfe-Situationen.

Dabei waren die Wettkämpfer als gut zusammenarbeitendes und harmonisierendes Team gefordert.

 

Florian Weger beim Kettenwechsel.

Wettkampf im Moorgebiet

Mit nur einfachsten Hilfsmitteln ausgestattet, wie einem 1 Meter langen Stab, Schreibpapier und Bleistift, mussten die Aufgaben gelöst werden.

Der Wettkampf fand in Moorgebieten und Auenwäldern statt. Dort musste das in der Schule erworbene Fachwissen unter unbekannten örtlichen Gegebenheiten angewandt werden, was ein hohes Einfühlungsvermögen verlangte. In diesem sumpfigen Gelände war zudem eine absolute körperliche Fitness mitentscheidend, da es die Strecke in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu absolvieren galt.

30 Meter hohe Fischten fällen

Ein weiteres Highlight war der zweite Wettkampftag. Die Teilnehmer und die Jury erwartete in diesem Jahr eine Echtbaumfällung rund 30 Meter hoher Fichten.

  

Daniel Zöschg beim Fällen.

Die weiteren Motorsägendisziplinen (Kettenwechsel, Kombinations- und Präzisionsschnitt sowie Entasten) fanden am dritten Tag in der Universitätsstadt Tartu statt, wofür speziell für diesen Anlass eine dreispurige Straße in der Innenstadt gesperrt worden war.

Diese beiden Wettkampftage liefen gut für die Fürstenburger Schüler, was sich mit Platz zwei in den technischen Disziplinen widerspiegelte. Auch in den einzelnen Disziplinen konnten gute Ergebnisse erzielt werden, die Medaillenplätze wurden öfters nur knapp verpasst.

Zu erwähnen ist der sehr gute 5. Platz von Newcomer Daniel Zöschg in der Einzelgesamtwertung. Das konzentrierte Training in den letzten Monaten hat sich somit ausgezahlt.

Südtiroler belegen Rang drei

In der Gesamtwertung des Wettkampfes siegte Deutschland vor dem Team der ausrichtenden Luua Metsanduskool aus Estland und der Fachschule Fürstenburg. 

 

Das Siegerpodest mit den Mannschaften aus Deutschland (1. Platz), Estland (2. Platz) und der Fachschule Fürstenburg (3. Platz).

Dem Fürstenburger Team bleibt, neben dem Wettkampf und dem bunten Rahmenprogramm mit Kanufahrt und Bogenschießen, v. a. das Kennenlernen vieler Teilnehmer anderer Nationen dauerhaft in Erinnerung.

Gerüstet für die EM in Holland

Die begleitenden Lehrkräfte schätzen die Vertiefung forstlicher Kontakte zu anderen europäischen Bildungsstätten. Auf dieser Grundlage lässt sich in den nächsten Jahren der ein oder andere Schüleraustausch durchführen. Im Rahmen solcher Veranstaltungen wächst Europa ein Stück weiter zusammen.

Im nächsten Jahr findet die Europameisterschaft der forstlichen Schulen in den Niederlanden statt.

stol

stol