Noch steht in den Sternen, ob und wie viele Flüchtlinge Südtirol vom Staat zugeteilt werden. Wie berichtet, sei man laut Landeshauptmann Arno Kompatscher in Sachen Zuteilungsschlüssel noch in Verhandlung mit Rom. <BR /><BR />„Sollten zusätzliche Aufnahmen nötig sein, sind wir gerüstet“, sagte Landeshauptmann Kompatscher am Dienstag nach der Landesregierungssitzung.<BR /><BR /> Ein Rundruf unter den Bezirkspräsidenten zeigt allerdings, dass Südtirol alles andere als vorbereitet ist auf eine mögliche neue Flüchtlingswelle. „Mit uns hat in Sachen Suche nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge noch niemand geredet“, sagt Alois Kröll, Präsident der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt (Bild). Wozu auch? In Tisens und Meran sind die Strukturen nach wie vor offen. „Und in Meran sind auch noch nicht alle Plätze belegt“, so Kröll. Von einer Suche nach neuen CAS-Strukturen sei bislang jedenfalls keine Rede gewesen. <BR /><BR />„Wir sind immer die Letzten, mit denen geredet wird, wenn es um eine mögliche Unterbringung von Flüchtlingen geht“, ärgert sich Albin Kofler, Präsident der Bezirksgemeinschaft <Fett>Salten-Schlern</Fett>. Die 4 CAS-Strukturen in seinem Bezirk – jene im Sarntal, in Kastelruth, Gröden und Welschnofen – hätten inzwischen jedenfalls ausnahmslos alle ihre Tore geschlossen.<h3> Wieder öffnen oder neue Struktur?</h3> Zwar scheint die CAS-Struktur in Welschnofen beim Land nach wie vor als geöffnet auf. De facto wurde die eigentliche Struktur inzwischen aber geschlossen, die letzten 7 Bewohner wurden im Zivilschutzzentrum des Dorfes untergebracht, so Kofler. Ob nun die bestehenden Einrichtungen wieder eröffnet oder nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten gesucht werden soll, sei noch völlig unklar. „Die nächste Aussprache in dieser Angelegenheit haben wir erst im Oktober“, so Kofler. <BR /><BR />Auch im <Fett>Eisacktal</Fett> weiß man derzeit nichts von einer Herbergssuche für die Unterbringung neuer Flüchtlinge. „Die Einrichtungen in Sarns und Waidbruck sind nach wie vor offen und mit Flüchtlingen aus der Ukraine belegt, und auch das Zentrum in der Ex-Schenoni-Kaserne in Milland ist nach wie vor in Betrieb“, sagt Walter Baumgartner, Präsident der Bezirksgemeinschaft Eisacktal. <BR /><BR />Die einst vierte CAS-Struktur in seinem Bezirk, jene am Eingang nach Villnöss, stehe zwar nach wie vor zur Verfügung. „Dort sind aber erst größere Investitionen zu tätigen, ehe sie wieder aufsperren könnte“, so Baumgartner. Von anderen möglichen oder gar geplanten Standorten wisse er nichts und sei auch nicht von Bürgermeistern kontaktiert worden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-60934497_quote" /><BR /><BR /> Wie 2015/16 werde die Herbergssuche aber wohl auch diesmal alles andere als einfach, ist Baumgartner überzeugt. Wohl auch deshalb, weil „damals den untätigen Gemeinden mit einem Abzug bei der Gemeindenfinanzierung gedroht, dies dann aber abgeschwächt wurde und jene Gemeinden, die ihre Ausgaben gemacht haben, am Ende die Gelackmeierten waren“, sagt er. <BR /><BR />Bereits seit längerer Zeit geschlossen sind auch die Strukturen in Vintl, Bruneck und Innichen. „Und ich gehe davon aus, dass wir keine dieser Strukturen wieder öffnen werden“, sagt Robert Alexander Steger, Präsident der Bezirksgemeinschaft <Fett>Pustertal</Fett>. Er stehe einer Verteilung der Flüchtlinge auf die Landgemeinden prinzipiell skeptisch gegenüber, sei „gegen eine Zwangsumsiedelung“. Dennoch habe man dem Land 2 Vorschläge für die Unterbringung von Flüchtlingen in Bruneck vorgelegt. In beiden Fällen müsste aber einiges investiert werden, bevor dort Flüchtlinge einziehen könnten, so Steger.<h3> Suche verläuft bisher „mau“</h3>Für Soziallandesrätin Waltraud Deeg steht indes bereits jetzt fest, dass jene CAS-Strukturen, die inzwischen ihre Türen geschlossen haben, auch nicht wieder aufsperren dürften. „Viele der bestehenden Strukturen waren heruntergekommene Ex-Kasernen, die für die Unterbringung von Familien oder unbegleiteten Minderjährigen ohnehin vielfach völlig ungeeignet waren. Die wurden geschlossen – und werden auch nicht mehr eröffnet“, sagt Deeg dezidiert. „Aufrecht erhalten haben wir nur jene Strukturen, die einigermaßen brauchbar waren.“ <BR /><BR />Entsprechend suche man nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten – auch wenn man noch nicht wisse, ob und wie viele Flüchtlinge Südtirol aufnehmen muss. Sie habe diesbezüglich wiederholt im Rat der Gemeinden vorgesprochen – mit bislang mäßigem Ergebnis. „Bis auf die Reaktion von ein, 2 Gemeinden ist aber nicht viel passiert“, bedauert Deeg. „Fest steht aber, dass wir mehr Strukturen brauchen.“<BR /><BR />