Dienstag, 27. November 2018

Wer baut die meisten Unfälle auf Südtirols Skipisten?

Die meisten Stürze auf Südtirols Pisten passieren ohne Fremdeinwirkung, verletzt wird meistens das Knie. Zusammen mit dem Weißen Kreuz, den Carabinieri, der Bergrettung und Polizei hat das Landesamt für Statistik Astat die Daten zu den Unfällen auf Südtirols Skipisten zusammengetragen.

Die häufigste Unfallursache ist mit 74,4 Prozent der erfassten Sportler der Sturz ohne Fremdbeteiligung.
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Die häufigste Unfallursache ist mit 74,4 Prozent der erfassten Sportler der Sturz ohne Fremdbeteiligung. - Foto: © shutterstock

Für diese Erhebung wurden Unfälle mit 8783 beteiligten Skifahrern, Snowboardern oder anderen Wintersportlern erfasst, aber es kann von einer höheren Anzahl an Unfällen und darin beteiligten Personen ausgegangen werden.

Der Anteil der in Unfälle verwickelten Frauen und Männer ist laut Studie sehr ausgewogen, das errechnete Durchschnittsalter der beteiligten Frauen beträgt 39,7 Jahre, jenes der Männer rund 39 Jahre.

Betrachtet man die an Unfällen beteiligten Personen nach Altersgruppe, so fällt jene der Frauen von 41 bis 50 Jahren und von 51 bis 60 Jahren auf (22,6 Prozent beziehungsweise knapp 22 Prozent der involvierten Frauen). 

Die an Unfällen beteiligten Männern sind zum großen Teil sehr jung, nämlich 11 bis 20 Jahre alt (rund 21 Prozent). Für den hohen Anteil in dieser Altersgruppe der Männer kann es verschiedene Gründe geben: Unerfahrenheit, Leichtsinn oder falsche Einschätzung des eigenen Fahrkönnens. 

Männer zwischen 30 und 60 Jahren besonders risikofreudig

Bis zum Alter von 30 Jahren und ab 61 Jahren überwiegt die Anzahl der männlichen Wintersportler bei Unfällen. In der Altersgruppe zwischen 41 und 60 Jahren ist hingegen der Anteil der Frauen besonders groß – rund 21 Prozent.

Fast 65 Prozent der an den Unfällen beteiligten Personen stammen aus den touristischen Kernmärkten Italien (ohne Südtirol), Deutschland, Österreich und Schweiz, nur 6,6 Prozent kommen aus Südtirol.

Unfälle meist selbstverschuldet

Die häufigste Unfallursache ist mit 74,4 Prozent der erfassten Sportler der Sturz ohne Fremdeinwirkung. Zweithäufigste Ursache ist mit einem Anteil von 13 Prozent ein Zusammenstoß mit anderen Personen. Nach Monaten betrachtet sind mit 31,5 Prozent die meisten Unfälle im Februar passiert.

An diesen Stellen wurden die Betroffenen am häufigsten verletzt

Mit einem Anteil von 33,3 Prozent aller Traumata stehen die Kniegelenksverletzungen, davon Zerrungen und Verstauchungen (fast 24 Prozent aller Verletzungen), an der Spitze aller Verletzungen im Wintersport. Kopfverletzungen und Bewusstlosigkeit liegen in ihrer Häufigkeit mit 15,3 Prozent an zweiter Stelle. Diese schließen vor allem Prellungen, Schnittwunden im Gesicht, Schwindel und Folgen eines Rausches mit ein.

Der Anteil der Verletzungen im Schulterbereich beträgt etwas mehr als 14 Prozent und die häufigste Art dabei ist die Luxation mit guten 6 Prozent aller Verletzungen. Knochenbrüche betreffen am häufigsten den Unterschenkel mit 20,5 Prozent, die Schulter (19,6 Prozent) und den Arm (rund 18 Prozent).

stol

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