<h3> Kritische Haltung überwiegt</h3>25 Prozent der Befragten bewerten die Rückkehr der Wölfe positiv, bei den Bären sind es 21 Prozent. Demgegenüber stehen 66 Prozent beziehungsweise 71 Prozent mit negativer Einstellung. <BR /><BR />Zieht man die „weiß nicht“-Antworten ab, steigt der Anteil der negativen Bewertungen sogar auf 72 Prozent bei den Wölfen und 77 Prozent bei den Bären.<BR /><BR />Der Unmut über die Bären ist insgesamt größer als jener über die Wölfe. Unterschiede nach Alter und Geschlecht gibt es kaum. Deutlicher wirken sich jedoch Wohnort und Sprachgruppe aus: In kleineren Gemeinden ist die Ablehnung deutlich höher als in der Landeshauptstadt Bozen – bei den Wölfen um etwa 30, bei den Bären um rund 20 Prozentpunkte.<h3> Gefahreneinschätzung und Regulierung</h3>Die Mehrheit der Südtiroler spricht sich für eine Regulierung des Bestands aus (61 Prozent), während nur 35 Prozent die Tiere grundsätzlich ablehnen. Der Bär gilt dabei häufiger als gefährlich (83 Prozent) als der Wolf (69 Prozent).<BR /><BR />44 Prozent der Befragten halten ein Zusammenleben mit den Tieren für möglich, 52 Prozent sind überzeugt, dass sie das ökologische Gleichgewicht positiv beeinflussen. Gleichzeitig sehen 78 Prozent Handlungsbedarf für gezielte Abschussregelungen, wenn Weidetiere gerissen werden.<BR /><BR />Besonders groß ist die Zustimmung zu Eingriffen bei problematischen Tieren: 87 Prozent unterstützen die Entnahme oder den Abschuss von Wölfen und Bären, wenn diese wiederholt in Siedlungsnähe auftauchen.<BR /><BR /> Zudem finden 86 Prozent, dass die Erhaltung von Almen mit Weidetieren Vorrang vor dem Schutz der Raubtiere haben sollte. 91 Prozent lehnen eine ungehinderte Ausbreitung der beiden Tierarten ab, 88 Prozent befürworten eine generelle Bestandsregulierung.<h3> Auswirkungen auf Freizeit und Tourismus</h3>Die Anwesenheit von Wolf und Bär beeinflusst auch die Freizeitgewohnheiten. 61 Prozent der Befragten erwarten weniger Urlauber in betroffenen Gebieten. 71 Prozent glauben, dass viele Menschen ihre Freizeit weniger in der Natur verbringen werden.<BR /><BR />Mehr als die Hälfte (53 Prozent) hat nach eigenen Angaben ihr Freizeitverhalten bereits zumindest teilweise angepasst – etwa beim Wandern, Mountainbiken oder Pilze sammeln. Interessant ist dabei die Differenz von rund 20 Prozentpunkten zwischen dem eigenen Verhalten und der Einschätzung des Verhaltens anderer, was auf gesellschaftlich verstärkte Ängste hindeuten könnte.<h3> Informationsbedarf hoch</h3>Unabhängig von der persönlichen Einstellung wünschen sich fast alle Befragten (92 Prozent) aktuelle Informationen über die Präsenz von Wölfen und Bären in Südtirol.