Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind einem erhöhten Risiko einer Reinfektion ausgesetzt. Lesen Sie hier, warum dabei nicht nur gesundheitliche Faktoren eine Rolle spielen.<BR /><BR />In der aktuellen Phase der Pandemie lässt sich leider nicht nur ein Rückgang der täglichen Neuinfektionen und der Krankenhauspatienten beobachten, sondern auch dass sich in Italien immer mehr Menschen erneut mit dem Coronavirus infizieren, obwohl sie bereits in der Vergangenheit in Kontakt mit dem Virus gekommen waren.<BR /><BR />Dies zeigen Daten des ISS: Zwischen dem 24 August 2021 und dem 6. April 2022 wurden 319.005 Fälle von Reinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, was 3,1 Prozent der gesamten Fälle entspricht. Daten aus der vergangenen Woche zeigen nun aber einen deutlichen Anstieg bei den Reinfektionen, die 4,1 Prozent der Gesamtfälle ausmachten. In der Woche davor hatte der Wert bei 3,5 Prozent gelegen.<BR /><BR /><b>Frauen und jüngere Menschen am häufigsten betroffen</b><BR /><BR />Seit dem 6. Dezember analysiert das ISS das Risiko für eine erneute Infektion mit dem Coronavirus: Für Personen, deren erste Infektion mehr als 210 Tage zurück liegt, besteht ein höheres Risiko im Vergleich mit Personen, die sich vor 90 bis 210 Tagen infiziert haben oder mit Personen<BR /><BR />Für Personen, die nicht geimpft sind oder nur eine Impfdosis erhalten haben, ist das Risiko einer Reinfektion erhöht, wenn diese erste Impfdosis weiter als 120 Tage zurückliegt.<BR /><BR />Ein höheres Risiko schreibt das ISS außerdem Frauen im Vergleich mit Männern zu: „Das höhere Risiko bei Frauen ist wahrscheinlich darauf zurück zu führen, dass Frauen häufiger im Bildungsbereichtätig sind (etwa 80 Prozent) , wo ein intensives Screening durchgeführt wird, sowie auf die Tatsache, dass sich Frauen häufiger um erkrankte Familienangehörige kümmern“, schreiben die Experten vom ISS. <BR /><BR />Ein Unterschied beim Reinfektionsrisiko lasse sich auch zwischen den Altergruppen feststellen. Jüngere (12 bis 49 Jahre) seien laut ISS häufiger von Reinfektionen betroffen, was auf ein risikoreicheres Verhalten im Alltag zurück zu führen sei.<BR /><BR />Ein erhöhtes Risiko ergibt sich laut Daten des ISS außerdem für Mitarbeiter im Gesundheitswesen im Vergleich zur übrigen Bevölkerung.<BR /><BR /><b>Virusvarianten haben Schlüsselrolle</b><BR /><BR />Von zentraler Bedeutung beim Thema Reinfektion ist natürlich das Virus selbst mit seinen zahlreichen Mutationen. „Die verschiedenen Omikronvarianten des Coronavirus sind deutlich ansteckender und weisen ein Rt-Wert auf, der dem der Masern entspricht (16/18), so dass es nur wenig braucht, um sich anzustecken. Das Verhalten der Menschen, insbesondere die Verwendung von Masken, spielt also eine zentrale Rolle, um Infektionen zu vermeiden“, sagt Massimo Ciccozzi, Leiter der Abteilung für medizinische Statistik und Epidemiologie am Bio-Medical Campus in Rom, im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“. <BR /><BR />„Die ISS-Analyse hebt einige Risikogruppen hervor, allerdings nicht, weil das Virus diskriminierend ist. Das Virus infiziert und vermehrt sich unaufhörlich“, unterstreicht Ciccozzi. Gleichzeitig gelte es aber anzumerken, dass man sich zwar weiterhin leicht mit dem Virus anstecken könne, für Dreifachgeimpfte aber nur ein sehr geringes Risiko bestehe tatsächlich schwer an Covid-19 zu erkranken.<BR /><BR /><b>Das Trugbild der Herdenimmunität</b><BR /><BR />Blickt man auf die steigende Zahlen der Reinfektionen, die teilweise auch in relativ kurzem Abstand zur Erstinfektion auftreten können, sowie auf die hohe Ansteckungsrate bei der Omikron-Variante, scheint das Erreichen einer effektiven Herdenimmunität in der Gesamtbevölkerung als höchst unwahrscheinlich – sogar falls die Impfquote hypothetische 100 Prozent erreichen sollte.<BR /><BR />Gerade weil sich das Virus ständig verändert und deshalb Reinfektionen möglich sind, ist weiterhin Vorsicht im Umgang mit der Pandemie geboten. Aufgrund der genannten Problematiken scheinen hier Eindämmungsstrategien vielversprechender, als auf die Herdenimmunität in der Bevölkerung zu setzen.<BR /><BR /><BR />