Die Mutante ist für immer mehr Ansteckungen im Land verantwortlich, und für viele Betroffene wird das zur besonderen Belastungsprobe. <BR /><BR /><BR />Wie ansteckend die Delta-Variante des Coronavirus ist, hat sich in der Caritas-Kolonie in Caorle gezeigt. Diese Mutante ist aber nicht nur ansteckender. Sie wirkt sich auch auf die Dauer Quarantäne aus. Diese endet im Fall einer Infektion mit einer Variante nicht mehr automatisch nach 21 Tagen, sondern wird erst mit einem negativen Corona-Test aufgehoben. Die Folge: Einige Südtiroler sitzen gar über Wochen oder gar Monate hinweg in ihren eigenen 4 Wänden fest. <BR /><BR />Knappe 2 Monate lang saß Sonja zum Beispiel aus dem Eisacktal (Name und Wohnort der Redaktion bekannt) in Quarantäne. Sie hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Bei der Sequenzierung ihres Abstriches hatte sich herausgestellt, dass sie sich mit der britischen Variante angesteckt hatte. Auf positive Tests folgten zweifelhafte, dann wieder positive. Erst nach knapp 9 Wochen zeigte der Coronatest auf negativ – und öffnete den Weg zurück in die ersehnte Test in die Freiheit.<BR /><BR /><b>Nur mit negativem Test</b><BR /><BR />So wie Sonja ergeht es immer mehr Menschen in Südtiroler. Der Grund dafür: Waren Infizierte bis zum Auftreten der Virus-Mutanten nach maximal 21 Tage wieder in Freiheit – vorausgesetzt, man ist mindestens 3 Tage symptomfrei –, hat das Gesundheitsministerium verfügt, dass es bei einer Ansteckung mit einer der Virus-Variante einen negativen Test braucht, um die Quarantäne wieder verlassen zu dürfen. <BR /><BR />Auch in Südtirol hat die Delta-Variante längst klar die Oberhand bei den Neuansteckungen übernommen. „Inzwischen gehen rund 95 Prozent der neuen Corona-Fälle auf diese Mutante zurück“, sagt Sanitätsdirektor Dr. Pierpaolo Bertoli. Zwar würden längst nicht alle Abstriche der neu festgestellten Fälle sequenziert. „Aber es reicht der Verdachtsfall, dass es sich um die Delta-Variante handeln könnte aus, um den Betroffenen entsprechend einzustufen“, so Dr. Bertoli. <BR /><BR /><b>„Zahl wird weiter steigen“</b><BR /><BR />Demzufolge riskiert derzeit ein Großteil jener über 1100 Menschen im Land, über die der epidemiologische Dienst eine Quarantäne verordnet hat, länger als 3 Wochen in den eigenen 4 Wänden verbringen zu müssen. Zumal die Coronatests nämlich immer besser werden, immer sensibler reagieren, erfassen sie sogar die kleinsten Virenteilchen – mit der Folge, dass der Test positiv ausfällt, obwohl die Person längst nicht mehr infektiös wäre. „Die Zahl jener, bei denen die Quarantäne über die 21 Tage hinausgeht, weil der Test wiederholt positiv ausfällt, wird sicher weiter steigen“, ist Sanitätsdirektor Dr. Bertoli überzeugt. <BR /><BR />Im Schnitt liegt die Quarantänedauer in Südtirol dennoch nach wie vor bei 21 Tagen. „Und es ist ja nicht gesagt, dass es auf ewig einen negativen Test braucht, um im Falle einer Ansteckung mit einer der Varianten die Quarantäne verlassen zu dürfen“, sagt der Sanitätsdirektor. Die Forschung schreite voran und es sei durchaus möglich, dass es neue Erkenntnisse gibt. Immerhin sei das automatische Quarantäneende nach 21 Tagen ja auch erst Monate nach Ausbruch der Pandemie angeordnet worden. <BR /><BR />Für jene, die derzeit von Quarantäne betroffen sind, dürfte das ein schwacher Trost sein. Immerhin gab es auch in Südtirol in der Vergangenheit Fälle, in denen Infizierte 90 oder gar 100 Tage die eigenen 4 Wände nicht verlassen durften. Bleibt zu hoffen, dass der Test bei den bislang 63 nachgewiesen infizierten Betreuern und Kinder, die am Mittwoch aus Caorle nach Südtirol zurückgebracht wurden, in 10 Tagen einen negativ ausfällt.<BR /><BR />Gute Nachrichten gibt's für alle Geimpften, die positiv getestet werden: Laut Rundschreiben aus dem Gesundheitsministerium dauert die Quarantäne für sie jetzt nur mehr 7 anstelle der bisher 10 Tage – vorausgesetzt sie bleiben symptomfrei.<BR />