<BR />Neue Aktualität erhält die Thematik durch den Entwurf eines staatlichen Haushaltsgesetzes der Regierung Meloni. Dieser sieht vor, Rettungseinsätze am Berg kostenpflichtig zu machen – sofern der Einsatz der Bergrettung nicht notwendig gewesen wäre oder kein medizinischer Notfall vorliegt. In Südtirol muss dabei zwischen zwei Diensten unterschieden werden: dem der ehrenamtlichen Bergretter und dem der kostenverursachenden Flugrettung. <h3> Bergrettung: 1.800 Einsätze jährlich – davon 1.200 unentgeltlich</h3>Rund 1.800 mal muss die Bergrettung in Südtirol jährlich ausrücken. Die große Mehrheit davon – etwa 1.200 Einsätze – erfolgt bodengebunden und somit gänzlich unentgeltlich durch den Bergrettungsdienst. Die Herausforderung bei der Diskussion um eine künftige Verrechenbarkeit solcher Einsätze, liegt laut Thomas Hellrigl, Landesleiter der Bergrettung Südtirol, schon in der Definition einer „Notsituation“. <BR /><BR />Denn auch wenn rund ein Fünftel der Einsätze ohne verletzte Personen erfolgt, befinden sich die Betroffenen dennoch häufig in einer Notlage. Die Verantwortung für diese Entscheidung dürfe nicht auf die Ehrenamtlichen abgewälzt werden, da sonst auch Rechtsstreitigkeiten drohen können. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73172441_quote" /><BR /><BR /> Grundsätzlich wären „strengere“ Verrechnungsmodalitäten demnach denkbar, da Südtirol über primäre Gesetzgebungskompetenz verfüge und ein eigenes Landesgesetz dazu erlassen könne. Hellrigl warnt im gleichen Atemzug aber auch vor einer Überreglementierung und der Einschränkung von Freiheiten sowie die Schwierigkeit von Schuldzuweisungen. <h3> Flugrettung: Effektive Kosten von 8,9 Millionen Euro</h3>Die Flugrettung bringt in diesem Diskurs eine weitere Sichtweise ein. Für Ivo Bonamico, Präsident der HELI–Flugrettung Südtirol, ist eine Diskussion über eine mögliche Verteuerung von Einsätzen bei „Extremsportarten“ relevant: Demnach sollte hinterfragt werden, ob Sportler, die riskante Aktivitäten ausüben, wie etwa Basejumper, höhere Kosten tragen sollten als Bürger, die bei einer alltäglichen Aktivität wie Fahrradfahren verunfallen.Die Herausforderung sei dabei, abzugrenzen, welche Sportarten als extrem gelten und welche nicht.<BR /><BR /> Nicht zur Diskussion steht dabei die Qualität der Flugeinsätze.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73172444_quote" /><BR /><BR />Aktuell verfügt die Flugrettung Südtirol über vier Rettungshubschrauber (Pelikan 1,2,3 und Aiut Alpin Dolomites). Die jährlichen Gesamtkosten der Flugrettung belaufen sich auf rund 18,7 Millionen Euro. <BR /><BR />Durch Rückvergütungen wie Versicherungen und Einnahmen reduzieren sich die effektiven Kosten auf etwa 8,9 Millionen Euro. Für jeden Flugrettungseinsatz wird eine Pauschalgebühr von mindestens 100 Euro eingehoben, die sich aber bei „unnötigen“ Einsätzen auf bis zu 1.000 Euro für den Verursacher erhöhen kann. Für alle Ausländer und Nicht-Südtiroler wird zusätzlich jede Flugminute mit 140 Euro verrechnet.