Donnerstag, 14. Januar 2016

Westafrika frei von Ebola

Nach dem Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika macht die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Medecins Sans Frontieres/MSF) auf die gesundheitlichen Spätfolgen des Ausbruchs aufmerksam.

Foto: © APA/EPA

Überlebende hätten häufig nicht nur mit Gelenkschmerzen, chronischer Müdigkeit oder Seh- und Hörproblemen zu kämpfen, sondern leiden auch unter der Stigmatisierung und Ablehnung in ihrer Gemeinschaft.

Die Menschen brauchen deshalb eine auf sie zugeschnittene Betreuung, betonte MSF am Donnerstag in einer Aussendung. Die Organisation betreibt in Liberia, Sierra Leone und Guinea Kliniken für Ebola-Überlebende. Sie war ab dem Beginn des Ausbruchs in den drei Ländern tätig. Die Teams bauten Behandlungszentren auf, boten psychologische Unterstützung an, führten Aufklärungs- und Beobachtungsaktivitäten durch und halfen beim Nachverfolgen von Kontaktpersonen der Erkrankten.

Auf dem Höhepunkt des Ausbruchs waren laut MSF fast 4.000 einheimische und mehr als 325 internationale Mitarbeiter im Einsatz. In den Behandlungszentren wurden mehr als 10.000 Patienten aufgenommen, von denen 5.226 an Ebola erkrankt waren. Die Organisation gab nach eigenen Angaben mehr als 96 Millionen Euro im Kampf gegen die Epidemie aus.

„Die internationale Reaktion auf diesen Ebola-Ausbruch war nicht durch fehlende Mittel eingeschränkt, sondern durch mangelnden politischen Willen, rasch zu helfen. Bei jedem Hilfseinsatz sollten die Bedürfnisse der Erkrankten und der betroffenen Gruppen im Mittelpunkt stehen, nicht politische Interessen“, erklärte Joanne Liu, Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen.

„Zu Beginn war die internationale Gemeinschaft wie gelähmt und reagierte entsprechend langsam. Es war eine furchtbare Erfahrung, ganz auf uns allein gestellt und der Epidemie immer einen Schritt hinterher zu sein“, sagte die für MSF tätige Epidemiologin Hilde de Clerck.

apa

stol