Das Südtiroler Projekt verbindet Tourismus und öffentlichen Verkehr und soll Gäste dazu motivieren, das Auto stehen zu lassen. In der Tat erhalten alle Urlauber, die in einer Beherbergungsstruktur in Südtirol übernachten, mit der Buchung ihrer Unterkunft automatisch Zugang zum gesamten öffentlichen Verkehrsnetz in ganz Südtirol. <BR /><BR />„Die Gäste erhalten den Gäste-Pass digital automatisch bei der Buchung oder beim Check-in. Sie müssen keine einzelnen Tickets kaufen, keine Tarife vergleichen und keine Zeit an Automaten oder Schaltern verlieren. Genau diese Einfachheit ist entscheidend. Wenn Mobilität unkompliziert ist, wird sie auch genutzt“, erklärt Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.<BR /><BR />Auf europäischer Ebene jedenfalls gilt das Südtiroler Projekt als „Best Practice“ (Erfolgsmodell) für die Integration öffentlicher Mobilität in das touristische Angebot und zeigt, wie technische Innovation zum Vorteil für Nutzer, Betreiber und Region werden kann. „Wir haben umgesetzt, was viele Regionen diskutieren, aber nur wenige tatsächlich realisiert haben: die konsequente Verbindung von Tourismus und öffentlicher Mobilität“, betont Alfreider.<h3> Öffi-Nutzung verteilt sich gleichmäßiger</h3>Dank des Gäste-Passes verteilt sich die Nutzung des öffentlichen Verkehrs gleichmäßiger über den Tagesverlauf, und somit sind die Linien besser ausgelastet. Das trägt zu einer besseren Auslastung der Verkehrsmittel außerhalb der Hauptverkehrszeiten bei und stärkt die Stabilität des gesamten Mobilitätssystems, vor allem in den einzelnen Talschaften.<BR /><BR />Die Kosten des Gäste-Passes werden laut Landesrat Alfreider über die touristischen Betriebe getragen und sind für den Gast Teil des Aufenthalts. „Wichtig ist aber, dass die Einnahmen in Realität der Vorabkauf der Tickets vom Tourismus sind, und sie fließen gänzlich in den öffentlichen Haushalt. Wir sprechen mittlerweile von über 20 Millionen Euro pro Jahr, die wieder direkt in Südtiroler Bus- und Bahnangebote investiert werden“, sagt Alfreider.<BR /><BR />Laut dem Landesrat dienen die Einnahmen dazu, das Angebot im öffentlichen Verkehr auszubauen: „Das betrifft zum Beispiel zusätzliche Busverbindungen oder eine höhere Frequenz von Fahrten. Gerade für kleinere Gemeinden ist das wichtig, weil wir so auch in Orten mit wenigen Einwohnern ein attraktiveres Angebot schaffen können.“ Am Dienstag findet in Brüssel die Preisverleihung statt. Dann wird sich zeigen, welchen der drei besten Plätze sich der Gäste-Pass sichern konnte. Als Sieger steht Südtirols Mobilität aber schon jetzt fest.