Donnerstag, 09. Juli 2020

WHO: 1. Lektionen aus Corona-Pandemie im November

Über den weltweiten Umgang mit der Coronavirus-Pandemie und die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen Mitgliedsländer im November erstmals Bilanz ziehen.

Das Coronavirus hält die Welt in Atem.
Das Coronavirus hält die Welt in Atem. - Foto: © shutterstock
Die WHO kündigte am Donnerstag eine unabhängige Kommission an, die von der früheren Premierministerin Neuseelands, Helen Cark, und der früheren Präsidentin Liberias, Ellen Johnson Sirleaf, geleitet wird.

Die Untersuchung hatten die 194 Mitgliedstaaten bei der virtuellen Gesundheitsversammlung im Mai in Genf bereits beschlossen. Nach dem Zwischenbericht im November soll bis zur Gesundheitsversammlung im Mai nächsten Jahres der Abschlussbericht präsentiert werden.

Clark und Sirleaf sollen mit anderen Teilnehmern der „Unabhängigen Kommission für Pandemie-Vorsorge und Reaktion (IPPR)“ unter anderem untersuchen, wie es zu der Pandemie kam und was zu tun ist, um eine ähnliche Ausbreitung in Zukunft zu verhindern.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Länder seien trotz zahlreicher Warnungen vor einer Pandemie nicht richtig vorbereitet gewesen. Bei der Untersuchung geht es nicht nur um die Rolle der WHO, sondern um die Leistungen und Fehlleistungen aller Länder.

US-Präsident Donald Trump hat die WHO im Umgang mit der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Sie habe sich zu sehr auf schleppende Informationen aus China verlassen, wo das Virus Ende vergangenen Jahres erstmals auftauchte. Sie sei deshalb mitverantwortlich für die weltweite Ausbreitung. Der US-Präsident steht selbst unter Druck, weil er die Gefahr anfangs heruntergespielt und keine Schutzmaßnahmen angeordnet hatte.

Die US-Regierung kündigte diese Woche den Austritt aus der WHO an. In den Statuten der WHO gibt es keine Paragrafen für einen Austritt. Die USA waren 1948 nach Angaben der WHO aber als einziges Land der Welt mit dem Vorbehalt beigetreten, dass sie die Organisation mit einjähriger Kündigungsfrist verlassen können. Der Austritt würde im Juli nächsten Jahres wirksam. Die USA sind der größte Beitragszahler.

dpa

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