Mittwoch, 29. Januar 2020

WHO: „Die ganze Welt muss jetzt in Alarmbereitschaft sein“

Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuen Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Donnerstag erneut den Notfall-Ausschuss einberufen.

Der Virus breitet sich weiter aus.
Der Virus breitet sich weiter aus. - Foto: © APA/afp / DALE DE LA REY

„Die ganze Welt muss jetzt in Alarmbereitschaft sein“, sagte WHO-Notfallkoordinator Michael Ryan am Mittwoch in Genf. Der Ausschuss sei wegen der hohen Fallzahl und der steigenden Übertragungen im Ausland neu einberufen worden.

Der Ausschuss berät die WHO in der Frage, ob eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen werden soll. Damit verbunden sind konkrete Empfehlungen, wie alle Länder der Welt einer weiteren Ausbreitung vorbeugen können. Vergangene Woche kam der Ausschuss zweimal zu dem Schluss, dass es sich noch nicht um eine internationale Notlage handele.

In China ist die Zahl der Todesfälle indes um 38 auf 170 gestiegen.

Nach wie vor hätten die meisten Menschen milde Symptome, sagte Ryan. Nach wie vor werde das Virus durch infektiösen Tröpfchen übertragen. „Die Übertragungskette kann immer noch unterbrochen werden“, sagte Ryan. Das sei mit sorgfältiger Hygiene – etwa Händewaschen, und der Isolierung von Infizierten möglich.

Das Team aus 16 Experten hatte sich zuletzt zweimal dagegen entschieden, einen internationalen Notfall zu erklären. Damit wären schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs verbunden.

Ghebreyesus sagte, die Verbreitung des Virus vor allem von Mensch zu Mensch in einigen Ländern wie Deutschland bereite der UNO-Behörde Sorgen.

In Deutschland sind 4 Fälle in Bayern bestätigt. Während am Mittch in der Steiermark 3 neue Verdachtsfälle bekannt wurden, ist in Finnland die erste Infektion bestätigt wurden.

Bisher wurden laut der WHO Infektionen aus 15 Ländern gemeldet, auch in Südtirol gibt es 3 Verdachtsfälle.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Bis auf rund 70 Fälle sind die meisten der Erkrankungen in China aufgetreten, wo der Erreger seinen Ursprung hat. Die staatliche Gesundheitskommission in Peking gab am Donnerstagvormittag (Ortszeit) neue Zahlen bekannt, die einen sprunghaften Anstieg bei Toten und Krankheitsfällen zeigten.

Demnach waren bis einschließlich Mittwoch 170 Menschen gestorben und 7711 erkrankt. Damit kamen innerhalb eines Tages 38 Tote und rund 1700 Erkrankte hinzu. Bei weiteren 12.167 Menschen wurde das Coronavirus vermutet.

Weiterhin blieb das Virus stark auf die Provinz Hubei beschränkt, wo am Dienstag 37 Tote und 1.032 Krankheitsfälle neu registriert wurden. Einen Toten gab es in der Provinz Sichuan. Zudem wurde in der Provinz Tibet ein erster Coronavirus-Fall bestätigt.



dpa