Donnerstag, 02. Juli 2020

WHO: Tests an Menschen mit 17 Impfstoff-Kandidaten gegen Corona

Im weltweiten Kampf gegen das Coronavirus werden inzwischen 17 Impfstoffkandidaten an Menschen getestet. Am weitesten fortgeschritten ist ein Impfstoff, den die Universität Oxford entwickelt hat, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag nach einer zweitägigen Corona-Forschungskonferenz berichtete.

Ob ein Impfstoff bereits Ende des Jahres vorliegt, könne nicht vorhergesagt werden.
Ob ein Impfstoff bereits Ende des Jahres vorliegt, könne nicht vorhergesagt werden. - Foto: © shutterstock
Selbst, wenn diese Kandidaten nicht erfolgreich sind, ist die WHO optimistisch: „Wir haben eine breite Pipeline mit 4 verschiedenen Impfstofftypen“, sagte Ana Maria Henao Restrepo, bei der WHO für Forschung und Entwicklung zuständig. Es werde an mehr als 150 Wirkstoffen geforscht.

Der Impfstoff AZD1222 aus Oxford gehe als erster in die Phase III einer klinischen Studie. Damit sind große Tests an vielen Menschen zu Wirksamkeit und Sicherheit gemeint. 5 weitere Kandidaten seien in Phase II. Dabei wird eine kleinere Zahl von Patienten behandelt, bei denen aufgrund ihrer Gesundheit eine Wirkung angenommen wird.

Impfstoff-Entwicklung dauert normalerweise bis zu 15 Jahre

In Phase I werden Wirkstoffe in der Regel an gesunden Menschen getestet, um die Verträglichkeit zu prüfen. Auch in Deutschland laufen erste klinische Studien zu Impfstoffen, unter anderem beim Mainzer Unternehmen Biontech und beim Tübinger Unternehmen CureVac.

Ob ein Impfstoff bereits Ende des Jahres vorliegt, könne nicht vorhergesagt werden. Diese Hoffnung hatte die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan, im Juni geäußert. Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffs 10 bis 15 Jahre. Die weltweite Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 hat aber unzählige Forscher, Pharmafirmen und Regulierungsbehörden zu beispiellosen Anstrengungen gebracht, um die Entwicklung zu beschleunigen.

dpa

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